Stadt testet Beleuchtung

Frankenberg gehen zwei Lichter auf

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Frankenberg - Es ist nur ein Test - für die Stadt kostenlos und unverbindlich: Moderne Leuchten erhellen derzeit abends die Fußgängerzone und lassen die Zukunft der Straßenlaternen zumindest erahnen.

Tagsüber ist die kleine Veränderung in der Frankenberger Fußgängerzone kaum zu bemerken. Deutlich sichtbar ist zwar das Probepflaster für den Bahnhof zu den Füßen der Passanten - doch was sich über den Köpfen der Bummler und Einkäufer abspielt, merkt kaum jemand. Nachts aber ändert sich das: Plötzlich wird das Pflaster weiß angeleuchtet, wo es wenige Meter zuvor noch das vertraute Gelb reflektierte. Der Blick geht nach oben und offenbart einen Probelauf für die Zukunft.

Die Stadt testet im oberen Bereich der Fußgängerzone, zwischen ehemaligem Schlecker und der Ritterstraße, neue Beleuchtungskonzepte für die Zeit nach der Sanierung der Flaniermeile und des Bahnhofs. Denn dass die alten Leuchtmasten im Falle eines positiven Votums von Anliegern und Stadtverordneten nicht einfach stehen bleiben können, ist ausgemachte Sache. Das betonten bereits Bürgermeister Rüdiger Heß und André Kreisz vom Kaufmännischen Verein im Nachgang der Herbstversammlung der Kaufleute.

Lampen kommen so nicht

Während es um das Pflaster am Iller-Mones-Platz einige Verwirrung gab, bis feststand: Es ist nicht für die Fußgängerzone vorgesehen, gilt dies für die Leuchtmasten von vornherein. Was derzeit zwischen Leder Himmel und Foto Hörl das Pflaster beleuchtet, sind lediglich Köpfe, die Hersteller unverbindlich und kostenfrei zur Verfügung stellen. Sie sollen so nicht in der neuen Fußgängerzone montiert werden. Ohnehin steht ein Entschluss der Anlieger wie des Parlaments zu diesem Thema noch aus. Erstere kriegen in einer Anliegerversammlung am 5. November ein Konzept vorgestellt - denn sie müssen sich auch an den Kosten für die Sanierung der Neustädter Straße und der Ritterstraße bis zum Café Nostalgie beteiligen.

Dennoch erlauben die Leuchten einen zumindest zaghaften Blick in die Zukunft, handelt es sich doch um hochmoderne LED-Technik. Die ist auch dafür verantwortlich, dass das vertraute Gelb einem kühleren, moderneren, wohl aber nicht so atmosphärischen Weiß weicht. Geradezu extravagant wirkt eine der beiden im Test befindlichen Leuchten: schmal, platzsparend, modern, mit vier Lichtinseln. Klassischer hingegen das andere Modell, dem sein hochtechnisches Innenleben auf den ersten Blick nicht anzusehen ist. Im Innern aber arbeiten ebenfalls „Licht emittierende Dioden“. Deren Problem: Zwar ist der einzelne Leuchtkörper im Gebrauch günstiger, da er weniger Watt benötigt. Zugleich aber liegen die Anschaffungskosten deutlich über denen herkömmlicher Leuchtmittel. Außerdem ist die Lichtausbeute geringer - es müssten also mehr Masten gesetzt werden. Diese Kosten zehren die Stromeinsparung wieder auf.

Schlüssiges Gesamtkonzept

Gegen die derzeit getesteten Leuchten spricht auch der Denkmalschutz: Die Behörde will ein schlüssiges Gesamtkonzept sehen, was ein helles Pflaster im Stile der Bahnhofstraße ebenso erschwert, wie optisch hochmoderne Leuchten. Auch die Kaufleute haben bereits angedeutet, dass sie zwar eine erneuerte Fußgängerzone wünschen - dass diese aber auch zum historischen Erscheinungsbild insbesondere der oberen Neustädter Straße passen soll.

So handelt es sich bei den beiden Leuchten tatsächlich nur um einen Test - so wie auch in der Auestraße, wo die Stadt schon lange neue Köpfe testet.

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