Gerichtsverfahren gegen 38-Jährigen

Nach Missbrauch in Psychiatrie: "Restrisiko nicht ausgeschlossen"

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Haina-Kloster. „Ein gewisses Restrisiko für die Patienten kann nicht ausgeschlossen werden.“ Das sagt der Geschäftsführer von Vitos Haina, Ralf Schulz, nach dem Gerichtsverfahren gegen einen 38-jährigen geistig und psychisch behinderten Patienten.

Der Mann hatte eine geistig behinderte 42-jährige Mitpatientin, die sich auf dem intellektuellen Niveau eines eineinhalbjährigen Kindes befindet, auf der Stationstoilette der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Haina sexuell missbraucht. Wie berichtet, hat das Landgericht Marburg den Mann nun in die Forensik überwiesen.

Der 38-Jährige war schon in dem Wohnheim für Menschen mit geistiger Behinderung im Vogelsberg, wo er lebte, wegen aggressiven Verhaltens aufgefallen. Mehrfach war er in die Hainaer Allgemeinpsychiatrie eingewiesen worden – auch weil er seine Medikamente nicht regelmäßig einnahm.

Hätte die Klinik besser auf diesen Risikopatienten aufpassen müssen? „Er stand in der Station 20, einer geschlossenen Station, schon unter besonderer Beobachtung“, erläuterte Geschäftsführer Schulz auf HNA-Anfrage. Er weist auch darauf hin, dass der Missbrauch nach nur wenigen Minuten bemerkt worden und unterbrochen worden sei. Auch das sich daran anschließende Krisenmanagement – Betreuung des Opfers und auch der Pflegekraft, die den Missbrauch entdeckte – sei vorbildlich erfolgt. (mab)

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Quelle: HNA

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