Eine der fünf Säulen des Islam

Fastenmonat Ramadan ist zu Ende – Auch Flüchtlinge feierten mit

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Fastenbrechen: Für diesen besonderen Abend hatten die Mitglieder der Türkisch-Islamischen Gemeinde Frankenberg viele Speisen zubereitet – unter anderem Fladenbrot und Baklawa. Links: Vorsitzender Ali Korkmaz.

Frankenberg. Auch für die Muslime im Frankenberger Land ist am Montag der Ramadan, die vierwöchige Zeit der Entsagung und Besinnung, zu Ende gegangen.

„Es geht in dieser Zeit darum, den Körper und die Seele zu reinigen“, erklärt Ali Korkmaz, der Vorsitzende der Türkisch-Islamischen Gemeinde Frankenberg.

Während des Fastenmonats Ramadan sollen die Gläubigen von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang unter anderem auf Essen und Trinken verzichten. „Wir sollen uns in dieser Zeit von allem fernhalten“, sagt der Gemeinde-Vorsitzende: „Wir sollen auch nicht streiten, wir dürfen keine Schimpfwörter gebrauchen und sollen auch nicht rauchen.“ Das Fasten ist eine der fünf Säulen des Islam – der erste Fastentag war am 6. Juni, der letzte am 4. Juli.

Außerdem solle in dieser Zeit auch an die Armen gedacht werden, die nichts zu essen haben, erläutert Korkmaz: „Der Ramadan ist nach dem arabischen Kalender geregelt“ – der Fastenmonat Ramadan ist der neunte Monat im islamischen Mondkalender.

Schon am Wochenende hatte die Türkisch-Islamische Gemeinde Frankenberg zu einem gemeinsamen Fastenbrechen in die Moschee in der Adalbert-Stifter-Straße eingeladen – das Fastenbrechen ist das Ende eines Fastentages. Dazu waren alle Mitglieder der Gemeinde sowie Nachbarn, Freunde und auch Flüchtlinge eingeladen – unter anderem aus Syrien, Afghanistan und dem Irak. Das Fastenbrechen war wieder ein beliebter Anziehungspunkt: Rund 250 Menschen füllten die Moschee bei der gemeinsamen Feier und genossen die Gastfreundschaft.

Erst rief der Frankenberger Imam Kemal Güner gegen 21 Uhr zum Abendgebet auf, und erst als die Sonne gegen 21.50 Uhr unterging, durften die Muslime gemeinsam speisen.

Für das Fastenbrechen hatten die Frauen und Männer der Gemeinde alle Hände voll zu tun. Viele Speisen wurden vorbereitet: Drei Kilo Linsen wurden für die schmackhafte Linsensuppe zubereitet, zudem wurden 50 Kilo Hähnchenfleisch gebraten und 15 Kilo Reis als Beilage gekocht. Die Frauen richteten auch jede Menge Salat an – und auch verschiedene Süßigkeiten wie Baklawa, ein Gebäck aus Blätterteig, wurden angeboten. Und dann gab es noch das Ramadan-Brot, ein Fladenbrot.

Für Muslime ist das Fasten im Ramadan zwar eine religiöse Pflicht, dennoch könnten sie selbst entscheiden, ob sie während dieser Zeit fasten, erklärt Ali Korkmaz: „60 bis 70 Prozent fasten, der Rest nicht.“ Die Religion erlaube es, dem eigenen Körper nicht zu schaden. „Menschen mit einer anstrengenden Arbeit müssen während des Ramadan nicht fasten.“ Ausgenommen seien auch Kinder, alte Menschen, Kranke und Schwangere.

Ein Sommerfest mit Speisen vom Grill, türkischer Folklore und einer Hüpfburg für die Kinder veranstaltet die Türkisch-Islamische Gemeinde am kommenden Wochenende: am Freitag von 14 bis 19 Uhr und am Samstag von 13 bis 18 Uhr. Dabei kann auch die Moschee der Gemeinde besichtigt werden. 

(mjx)

Quelle: HNA

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