Frankenberg

Frankenberg soll wieder Kreisstadt werden

- Frankenberg (jos). Spätestens am Mittwoch hat Klaus Friedrich im Rennen um den Chefposten im Kreishaus offiziell den Lager-Wahlkampf eröffnet: Hessens CDU-Chef Roland Koch warb in Frankenberg für den „unabhängigen“ Landratskandidaten. Der gab viele Versprechen ab.

Das 500-jährige Rathaus im Rücken, redete Friedrich die rund hundert Gäste auf der Terrasse des Hotels „Die Sonne“ mit „liebe Freundinnen und Freunde“ an – und tatsächlich waren es hauptsächlich bekannte Gesichter, die sich eindeutig dem „bürgerlichen Lager“ zuordnen lassen. Selbst der Besuch eines Ministerpräsidenten scheint nur wenige „normale“ Bürger für das Thema Landratswahl zu begeistern. Den Frankenbergern unter den Gästen machte Friedrich einige (teure) Zusagen: Beispielsweise soll im Falle seiner Wahl das Kreiskrankenhaus selbstständig bleiben, betonte Friedrich – und versprach den Mitarbeitern: „Um einen gerechten Lohn werde ich mich schnell kümmern.“ Was die Kreissparkasse angeht, sei ein „stärkeres Engagement“ im Frankenberger Land nötig, so Friedrich. Der Reaktivierung der Bahnstrecke Frankenberg-Korbach „um jeden Preis“ erteilte der Landratskandidat eine Absage. Für die Bundesfernstraße Olpe-Hattenbach hingegen wolle er sich „ohne Wenn und Aber“ einsetzen. Die Tatsache, dass der Bau sowohl von der hessischen als auch von der nordrhein-westfälischen Landesregierung gewollt sei, stelle eine große Chance dar. Kein Abzug aus Südkreis Durchaus überraschend: „Ich finde die Idee charmant, Frankenberg den Titel Kreisstadt zurückzugeben“, sagte Friedrich. In Baden-Baden sei etwas Derartiges praktiziert worden, sagte der Korbacher. Als Landrat wolle er sich darum bemühen, dass Frankenberg wieder Kreisstadt werden kann. Zusammenfassend versprach Friedrich: „Unter mir als Landrat wird es keinen weiteren Abzug von Infrastruktur aus Frankenberg wie zuletzt unter Bökemeier und Eichenlaub geben.“ Rhetorisch zwar gewohnt brillant, kamen von Roland Koch inhaltlich viele Allgemeinplätze. Der CDU-Chef sprach über konservative Ideologie und darüber, dass der Staat den Einzelnen nicht im Weg stehen dürfe. „Falsche politische Mehrheiten“ seien „gefährlich“ – etwa wenn es darum gehe, dass ein Vorzeige-Unternehmer wie Martin Viessmann einen Verkehrslandeplatz bauen will. Die Anhänger der bürgerlichen Parteien CDU und FDP sowie der Freien Wähler forderte Koch eindringlich auf, mit ihren Nachbarn, Bekannten und Verwandten das Gespräch zu suchen – um sie von Klaus Friedrich zu überzeugen. Er wisse, dass Waldeck-Frankenberg ein Landkreis aus „gefühlten zwei Landkreisen“ sei, erklärte Koch. Doch frage er sich, ob es besser sei, einen Mann vom Mond einzufliegen, oder einen Waldecker zum Landrat zu wählen. Schließlich sprach Koch neben Viessmann noch ein zweites regionales Thema an: Friedrich habe in Korbach beweisen, dass er ein Krankenhaus managen könne. Deshalb sollte man ihm zutrauen, so Koch, dass er als Landrat auch das Frankenberger Kreiskrankenhaus weiter stärken könne. Zurückhaltend und doch eindeutig äußerte sich Christian Engelhardt. Als Bürgermeister halte er sich aus der Landratswahl heraus, „privat“ sei seine Nähe zur CDU ja bekannt... Viele politische Mandatsträger des bürgerlichen Lagers aus Waldeck-Frankenberg zeigten Präsenz – unter ihnen unter anderem Bundestagsabgeordneter Bernd Siebert, Ex-Regierungspräsident Lutz Klein und Landtagsabgeordnete Claudia Ravensburg. Ans Mikrofon traten Frankenbergs CDU-Stadtrat Bernd Bluttner, Landtagsabgeordneter Heinrich Heidel (FDP), Erster Kreisbeigeordneter Peter Niederstraßer (Freie Wähler) und der Chef der Kreis-CDU, Christoph Butterweck. SPD-Stand nebenan Nur wenige Meter von der Wahlkampf-Kundgebung der bürgerlichen Parteien entfernt, hatte die SPD auf dem Untermarkt einen Stand aufgebaut, an dem ebenfalls heimische Polit-Prominenz versammelt war. Für Reinhard Kubat als Landrat warben unter anderem Landtagsabgeordneter Reinhard Kahl, Unterbezirksvorsitzender Karl-Heinz Stadtler, Stadtverbandschef Harald Rudolph und Stadtrat Erhard Wagner.

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