Gert Anhalt schreibt Krimi "Mordsmäßig schmalzig"

Frankenberg wird zum Krimi-Schauplatz

Frankenberg - Die Leiche wird im Ederdorf gefunden, ein Zeuge lebt in Löhlbach, ein Verdächtiger in Geismar: Autor und ZDF-Fernsehjournalist Gert Anhalt, der Teile seiner Kindheit in Haubern und Dainrode verbracht hat, lässt Kommissar Caspari in Frankenberg ermitteln.

Ex-Schlagerstar Henny Winkler wird tot in seiner Wohnung im Ederdorf gefunden. Der kommt ursprünglich aus Battenberg, hat sich aber in Frankenberg zur Ruhe gesetzt („Ist ja auch viel schöner hier“). Thomas Caspari hat auf den folgenden 500 Seiten alle Hände voll zu tun, um den Mörder zu finden.

Regionalkrimis werden seit Jahren immer populärer. Nun ist also auch Frankenberg Schauplatz grausiger Verbrechen. Gert Anhalt hat Bestseller geschrieben wie „Tote mögen kein Su-shi“ oder „Sayonara für eine Leiche“. Sie spielen in Asien, denn China und Japan kennt der 51-Jährige aus seiner Zeit als ZDF-Korrespondent.

Gert Anhalt wurde in Bad Wildungen geboren, verbrachte seine ersten sechs Lebensjahre in Haubern. Danach zog die Familie nach Marburg. „Ich habe noch viele Jahre lang alle Schulferien bei meinen Großeltern in Dainrode verbracht“, erzählt er im FZ-Gespräch (siehe unten stehendes Interview). Er studierte später Japanologie in Marburg und Tokio.

Anhalt greift in seinem Buch auf ein vielfach bewährtes Muster zurück: Ein Elite-Ermittler aus Frankfurt wird in die nordhessische Einöde versetzt, muss plötzlich mit einfachen Gemütern der örtlichen Polizeistation Dienst schieben - und stößt prompt auf eine Leiche. Neben dem kniffligen Fall muss Thomas Caspari auch private Probleme lösen und sich mit trotteligen Vorgesetzten herumschlagen. „Dünn besiedelt, reich bewaldet. Ein bisschen wie Alaska. Nur ohne Grizzlybären“, heißt es an einer Stelle im Buch über das Frankenberger Land.

Viel Bekanntesaus der Region

Vor 25 Jahren spielte der ausschließlich in englischer Sprache erschienene (und unbeachtet gebliebene) Agententhriller „Spies must die“ in Frankenberg, nun rückt die Ederstadt wieder in den literarischen Blickpunkt. Für Leser in Hamburg, Berlin oder München ist es ein amüsanter Krimi, der durchaus viele Wahrheiten über Hessen enthält und zeigt, dass das Bundesland nicht nur aus dem Rhein-Main-Gebiet besteht.

Leser aus der Region finden eine Menge Bekanntes wieder: Verweise auf Schulen, auf Firmen und Dörfer, verbreitete Nachnamen und viel über das Wesen der Frankenberger.

Wer sich auskennt, hat selbst die Sicherheitsschleuse der Frankenberger Polizeistation vor Augen und kennt die Aufforderung „Nicht anfassen. Die Tür geht automatisch auf“ nur zu gut.Gert Anhalt ist am Donnerstag, 4. Dezember, in Frankenberg zu Gast. Auf Einladung der Buchhandlung Jakobi liest er aus seinem Buch „Mordsmäßig schmalzig“ im Sitzungssaal des alten Rathauses. Im Anschluss an die Lesung stellt sich der Autor den Fragen der Frankenberger Zeitung und des Publikums. Zu Beginn dieses literarischen Abends erwartet die Besucher eine kleine Überraschung.

Präsentiert wird die Veranstaltung von der Frankenberger Zeitung. Einlass ist um 19 Uhr, Beginn um 19.30 Uhr. Der Eintritt ist frei. Da die Plätze begrenzt sind, ist eine Anmeldung in der Buchhandlung Jakobi unter Telefon 06451/230514 erforderlich. (da)

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