Polizei will Gewalt vorbeugen

In Frankenberg wird weiter über die Sperrstunde diskutiert

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Volles Haus: Von der neuen Sperrstunden-Regelung ab 3 Uhr wäre vor allem die Discothek Bonkers in Frankenberg betroffen. Unser Symbolfoto zeigt die Tanzfläche einer anderen Disco.

Frankenberg. Die Polizei in Waldeck-Frankenberg hat zum Thema Sperrstunde eine klare Meinung: „Eine Untersuchung unserer Einsätze zur Nachtzeit zeigt, dass nicht nur bei öffentlichen Festen, sondern auch in Gastwirtschaften und Diskotheken die gewalttätigen Auseinandersetzung nach 3 Uhr deutlich zunehmen, sagt Jugendkoordinator Dirk Virnich der HNA.

Und das Beispiel Korbach zeige, dass die Sperrstunde ab 3 Uhr „eine deutliche Beruhigung der nächtlichen Situation“ bewirke.

Es gehe der Polizei dabei nicht nur um Opferschutz, sondern auch darum, die Täter vor Schlägereien und Sachbeschädigungen zu bewahren. Junge Menschen, die straffällig würden, könnten erhebliche Probleme im Leben bekommen, meint Virnich mit Blick auf Jobsuche oder Arbeitsplatz. „Auch das ist Prävention.“

Für Frankenbergs Bürgermeister Rüdiger Heß stehen die Einwohner der Stadt im Mittelpunkt der Überlegungen. „Es muss zwischen dem Schutz der Bevölkerung und der Freiheit des Einzelnen zum Feiern abgewogen werden.“ Dazu sei es wichtig, alle entscheidungsrelevanten Fakten auf den Tisch zu bekommen. „Gerade nach 3 Uhr nehmen die schweren Körperverletzungen ganz massiv zu“, macht der Bürgermeister deutlich.

Security-Mitarbeiter gehen Streife

Um für mehr Sicherheit zu sorgen, gehen Security-Mitarbeiter der Frankenberger Discothek Bonkers seit mehreren Monaten Streife zwischen der Discothek und der Aral-Tankstelle in der Röddenauer Straße.

Die Discobetreiber Lothar und Benjamin Battefeld schlagen vor, dass auch die Polizei nachts mehr Präsenz zeigt. „Die Hemmschwelle der Jugendlichen, Ärger zu bereiten, würde dann sicher sinken.“ Allein durch die Sperrstunde würde das Problem nur verlagert werden.

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Quelle: HNA

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