Wer zockt, der verliert

Informationen zum Aktionstag Glückspielsucht

Die Sucht nach dem Gewinn: Dieter Schmitz und Gabriele Fock machten in der Frankenberger Innenstadt auf die Abhängigkeit des Glücksspiels aufmerksam.

Frankenberg. Ein großes Banner, das sich aus 500-Euro-Scheinen zusammensetzt, liegt in der Fußgängerzone der Frankenberger Innenstadt. In schwarzen Lettern prangt die Zahl 18 489 491, 72 darauf.

Das ist die Summe in Euro, die jeden Monat in Hessen beim Glücksspiel verzockt wird. Daneben stehen Dieter Schmitz, Sozialpädagoge des Diakonischen Werks Oberhessen, und Gabriele Fock, Psychologin und Leiterin der Beratungsstelle bei Suchtproblemen im Diakonischen Werk Waldeck-Frankenberg. Zum bundesweiten Aktionstag der Glücksspielsucht wollen sie informieren.

„Die meisten Menschen verlieren ihr Geld an den Spielautomaten“, sagt Dieter Schmitz. Diese gebe es häufig und die Hemmschwelle, sie zu nutzen, sei gering. Zudem sei die Spielfrequenz kurz. „Ein Spiel dauert etwa zwei bis drei Sekunden“, sagt der Sozialpädagoge, der alle 14 Tage in Frankenberg Spielsüchtige behandelt. Das Riskieren und die Erfahrung des Gewinnens setzten Adrenalin frei. „Beim Spielen vergisst man alles. Die Sorgen mit der Familie oder die Arbeit“, sagt Schmitz.

Glücksspielsüchtige seien fixiert auf den Spielautomaten und registrierten nicht mehr, was um sie herum passiere. Es fange meist mit Einsätzen von 30 oder 50 Euro an. Irgendwann reiche der Gewinn aber nicht mehr. „Es gibt nach oben keine Grenzen. Einige nehmen sogar einen Kredit auf“, sagt der Mitarbeiter des Diakonischen Werks Oberhessen.

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Von Magdalena Dräger

Quelle: HNA

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