Das Frankenberger Atelier Böttner zeigt kunstvoll bemalte Gesindetruhen

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Begeistert von Form und Farbe: Weil die historischen Gesindetruhen Teil ihrer Sammlung bleiben sollen, fertigt Barbara Betz-Böttner Miniaturausgaben in filigraner Bemalung nach den Vorbilder

Frankenberg. Als im Frühjahr das Künstlerehepaar Stephan Böttner und Barbara Betz-Böttner im Frankenberger Geschichtsverein über ihre Entdeckung von Thüringer Volkskunst auf historischen Gesindetruhen berichteten, ahnten sie nicht, dass daraus für sie eine Leidenschaft werden würde.

Inzwischen haben sie in ihrem Atelier im Unternehmenspark Nord bei Schreufa 27 solcher prächtig bemalter Holztruhen zu Hessens größter Sammlung zusammen getragen. An den kommenden Samstagen vor Weihnachten öffnen sie jeweils von 10 bis 13 Uhr kostenlos ihr Atelier für interessiertes Publikum.

Mägde und Dienstboten benutzten bis Anfang des 20. Jahrhunderts solche kleinen Möbelstücke, um Wäsche und ihre Wertsachen zu transportieren, wenn sie bei Arbeitgebern „in Stellung“ gingen.

„Der Hintergrund der Gesindetruhe spiegelt so auch ein Stück vergessener Frauengeschichte wider, die von Nöten, Entbehrungen, Verlust und Ausnutzung gekennzeichnet war“, sagt die Kunstpädagogin Barbara Betz-Böttner. Sie ist dieser Geschichte ebenso nachgegangen wie den Produktionsbedingungen, unter denen Malerwerkstätten in Thüringen solche Truhen für hessische Mägde produzierten.

Teilweise fand das Ehepaar Böttner die vergessenen Gesindetruhen, soweit sie nicht längst verheizt oder zersägt worden waren, unbeachtet auf Dachböden und in Kellern wieder. Der Holzgestalter Stephan Böttner kümmert sich in seiner Werkstatt bei Schreufa um die Restaurierung des Fichtenholzes und der verschließbaren Truhendeckel, während seine Frau Form und Farbe der Bemalungen aufarbeitet und ergänzt.

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Quelle: HNA

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