Frankenberger Burgwaldkaserne ist gerettet - Dienstposten werden aber reduziert

Frankenberg. Die Bundeswehrkaserne in Frankenberg mit ihren knapp 1100 Soldaten ist gerettet. Allerdings wird die Zahl der Dienstposten deutlich reduziert. Das geht aus der offiziellen Unterrichtung des Verteidigungsministeriums zur Stationierungsentscheidung hervor, die der HNA vorliegt.

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Von den bisherigen 1060 Dienstposten sollen demnach 680 erhalten bleiben. Einzelheiten zu den Schließungen von Standorten will Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière am heutigen Mittwoch ab 12.30 Uhr bei einer Pressekonferenz in Berlin bekannt geben.

Aktualisiert um 19:47 Uhr

„Freude, aber kein Jubel“, so kommentierte der Kommandeur der Burgwaldkaserne, Oberstleutnant Elmar Henschen, am Mittwoch die Entscheidung des Bundesverteidigungsministers. „Wir freuen uns über den Erhalt des Standorts und den Erhalt des Bataillons“, sagte Henschen. Die Entscheidung bedeute aber auch, dass das Bataillon umgegliedert werden müsse. „Das ist unser Beitrag, den wir zur Reform leisten müssen.“

(mjx/off)

Stellungnahmen zum Erhalt der Kaserne

Mit Freude und Erleichterung haben die Soldaten in der Burgwaldkaserne die Entscheidung des Ministeriums aufgenommen. Die Reaktion hänge natürlich auch davon ab, welchen Bezug die Soldaten zu Frankenberg haben, sagte beispielsweise Hauptfeldwebel Markus Bachmann. „Die letzten Tage waren schon sehr nervenaufreibend, die Entscheidung am Mittwoch war eine Erleichterung“, sagte der gebürtige Essener, der seit zehn Jahren in Battenberg lebt.

Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen“, sagte der Landtagsabgeordnete Jürgen Frömmrich (Bündnis 90/Die Grünen). Die Entscheidung des Bundesverteidigungsministers sei für die Region struktur- und wirtschaftspolitisch enorm wichtig. „Die Frankenberger Soldaten sind ein wichtiger Bestandteil des Frankenberger Landes. Viele haben hier ihre Heimat gefunden.“

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Große Freude herrschte bei der Frankenberger CDU und auch bei der Jungen Union über den Erhalt der Bundeswehrkaserne in Frankenberg. „Diese Entscheidung bildet einen wichtigen Grundstein für die Zukunft Frankenbergs“, ließen die beiden Vorsitzenden, Rainer Hesse und Christoph Müller, verlauten. Eine Schließung der Kaserne hätte Frankenberg vor große Schwierigkeiten gestellt.

„Es war ein schwerer Kampf, dass die Entscheidung für Frankenberg so ausgegangen ist“, sagte am Mittwoch der CDU-Bundestagsabgeordnete Bernd Siebert. Siebert ist Mitglied im Verteidigungsausschuss im Bundestag. Zusammen mit heimischen Politikern aller Coleur hatte er sich intensiv für den Erhalt des Standortes Frankenberg eingesetzt. „Als Alternative muss der Standort im bayerischen Donauwörth geschlossen werden. Das war eine schwierige Angelegenheit.“

Ebenfalls erfreut zeigte sich Frankenbergs Bürgermeister Christian Engelhardt anlässlich der Nachricht aus Berlin: „Dies ist die richtige Entscheidung des Bundesverteidigungsministers. Hier in Frankenberg wird große Verbundenheit zwischen Bürgerschaft und Soldaten gelebt“, erklärte der Bürgermeister. Der vielfältige Einsatz in den vergangenen Monaten auf verschiedenen politischen Ebenen habe sich offenkundig gelohnt.

Quelle: HNA

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