Mitfiebern auf der Südtribüne

Frankenberger Dortmund-Fan spielt in BVB-Film "Wir die Wand" eine Hauptrolle

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Frankenberg-Schreufa - „Borsti“ steht alle zwei Wochen mit 25 000 Fans im Westfalenstadion auf der Südtribüne. Ein Kamerateam hat ihn und zehn andere BVB-Fans gefilmt. Ein Kinofilm zeigt ab Montag, welche Emotionen die BVB-Familie auf der "gelben Wand" durchlebt.

Die Liebe zum BVB hat Ludwig mit sechs Jahren entdeckt. Auf dem klassischen Weg: Papa hat ihn mit ins Stadion genommen. „Ich weiß nichts vom Spiel“, sagt der 30-Jährige heute. „Ich kann mich nur noch an die Südtribüne erinnern. Die Fangesänge und Choreografien haben mich fasziniert.“ Für ihn sei klar gewesen, dass er irgendwann selbst dort stehen will. Nach der Vergrößerung der „gelben Wand“ Ende der 90er-Jahre hat dieser Traum sich erfüllt.

Ein weiterer Traum, mit dessen Erfüllung „Borsti“ nie gerechnet hatte, geht am Montag in Erfüllung: Mit zehn weiteren Fans steht der Schreufaer im Mittelpunkt eines Films über die Südtribüne. Elf Kamerateams des WDR haben elf ausgewählte, treue Fans des BVB 90 Minuten lang begleitet – während des Spiels gegen Mainz am 20. April. Die Kameras waren während des Spiels auf die elf Fans gerichtet, die inmitten der 25 000 Fans auf der Südtribüne mitfiebern, bangen und jubeln. „Während des ganzen Films ist nicht eine Spielszene zu sehen“, sagt Ludwig. Es geht allein um die Stimmung, den Zusammenhalt und die soziale Gemeinschaft auf der „gelben Wand“. Wie das Spiel auf dem Feld abläuft, wird jedoch trotzdem deutlich: Anhand der Rufe, der Emotionen und der Gesänge, die die Kamerateams eingefangen haben.

Premiere feiert der Film am Montag in Dortmund. Fabian Ludwig ist eingeladen. Den fertigen Film kennt er noch nicht. „Aber ich bin auch nicht nervös“, sagt er. „Unbekannt war ich ja schon vorher in der Szene nicht.“ Der Schreufaer gab schon oft Interviews oder sprach Teile von Reportagen ein. „Aber jetzt ins Kino zu kommen toppt alles. Es freut mich, etwas so Einmaliges, wie die ‚gelbe Wand‘, mit darstellen zu dürfen.“Deutschlandweit kommt der Film in vielen Städten am Donnerstag, 5. September, in die Kinos. Er wird auch im Marburger Filmkunsttheater zu sehen sein.

"Wir die Wand" ist eine Art moderner Heimatfilm, der von der Nähe zu seinen Protagonisten und ihren Geschichten lebt: Da ist zum Beispiel die 70-jährige Karin, die vor zehn Jahren Opfer eines Raubüberfalls wurde und erst nach langer Zeit im Rollstuhl wieder auf ihrer „heiß geliebten Süd“ steht. Oder Mathias, der 32-jährige Uni-Professor, den seine Studenten nicht wiedererkennen werden, wenn er die rote Karte für einen Gegenspieler fordert. In der Wand steht auch die 21-jährige Prostituierte Anna Kathrin, die im schwarz-gelb gestrichenen Bordell arbeitet. „Bei Heimspielen“, sagt sie, „ist bei uns ohnehin nichts los, weil die potentiellen Freier ja im Stadion sind“.

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