Frankenberg

Lob für Frankenberger Familienpolitik

- Frankenberg (mba). „Ihr Kinderlein kommet“ – so lässt sich das erklärte Ziel des Projektes „Familienstadt mit Zukunft“ benennen: Eine Steigerung der Geburtenrate. Dafür hat Frankenberg einiges unternommen. Die Hessen Agentur bescheinigt der Stadt eine erfolgreiche Projektarbeit.

Bundesfamilienministerin Dr. Kristina Schröder ist am Samstag zu Gast in der Ederstadt und Bürgermeister Christian Engelhardt will ihr vor allem das Modellprojekt „Familienstadt mit Zukunft“ vorstellen. Unter 30 Bewerberstädten sind Frankenberg und Büdingen als Modellkommunen ausgewählt worden. Das hessische Sozialministerium fördert beide Städte mit jährlich 500 000 Euro. Seit Februar 2006 läuft das auf zehn Jahre angelegte Projekt inzwischen – Zeit für eine Zwischenbilanz: Mit dem Modellversuch soll herausgefunden werden, ob es einer Kommune gelingen kann, durch familienfreundliche Angebote und Projekte die Menschen dazu zu bringen, mehr Kinder zu kriegen. Das anspruchvolle Ziel: den „demographischen Trend“ umkehren und die Geburtenrate steigern. In Frankenberg kamen im vergangenen Jahr 373 Kinder zur Welt. 179 hatten Eltern, die in der Ederstadt wohnen – und diese Zahl ist für eine Bewertung des Projektes relevant. Zu Beginn, im Jahr 2006, lagen die Geburtenzahlen für Frankenberg laut Familienbüro bei 154 Kinder, 2007 und 2008 bei je 173 Kindern. Die Geburtenrate – die Zahl der Neugeborenen pro Frau im gebärfähigen Alter – stieg demnach leicht von 1,36 im Jahre 2005 auf 1,51 im Jahre 2008. „Es ist eine leichte Aufwärtstendenz festzustellen, das ist sehr erfreulich“, sagt Uwe Van den Busch von der Hessen Agentur, die das Projekt wissenschaftlich begleitet – schränkt aber ein, dass der beobachtete Zeitraum sehr kurz und es zu früh für gesicherte Erkenntnisse sei. Die Stadt habe schon in der Vergangenheit Jahre mit hohen Geburtenraten verzeichnet, aber auch Jahre mit einer deutlich niedrigeren Rate. Der bisherige Höchstwert lag laut Van den Busch bei 1,6. Im Jahr 2000 betrug er lediglich 1,3. Die Geburtenrate weise ausgeprägte Schwankungen auf, so dass in den aktuellen Zahlen möglicherweise reine Zufallseinflüsse zum Ausdruck kämen, erklärt er. Betrachtet man aber dagegen ein wesentlich größeres Gebiet wie das gesamte Bundesland, so habe sich laut Van den Busch wenig getan: Die Geburtenrate liege in Hessen seit den 1970er Jahren stabil zwischen 1,35 und 1,4 Kindern pro Frau. So weit aus den vorliegenden Zahlen abzulesen ist, scheint Frankenberg auf dem richtigen Weg zu sein. Die Hessen Agentur jedenfalls zieht eine positive Zwischenbilanz: Die Stadt habe einen beeindruckenden Querschnitt von vielfältigen Angeboten auf die Beine gestellt. „Dabei entsteht durch das Projekt Familienstadt in Frankenberg eine zunehmende Anzahl professioneller Angebote im Bereich Gesundheit, Freizeit und Bildung“, heißt es in einem Bericht der Agentur. In den vergangenen Jahren wurde vieles unternommen, um die Stadt attraktiver für junge Familien zu machen.Mehr lesen Sie in der Ausgabe der Frankenberger Zeitung von Samstag, 17. April.

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