So bereitet der Frankenberger Pfarrer seine Weihnachtspredigt vor

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Weihnachts-Überraschung: Diese Krippe wollte sich Pfarrer Horst Schiffner kürzlich beim Basar der Lebenshilfe Frankenberg eigentlich kaufen. Doch nach einem Bummel über den Basar war die Krippe schon verkauft. Die Geschichte sprach sich herum: Der Frankenberger Pfarrer erhielt die Krippe als Geschenk – und freut sich darüber sehr.

Frankenberg. Akribisch, liebevoll und ideenreich: So bereitet sich Pfarrer Horst Schiffner auf seine Weihnachtsgottesdienste vor.

„Bei mir fügen sich die Dinge in letzter Minute“, sagt der erfahrene Geistliche. Seit zwei Jahrzehnten ist er bereits Seelsorger in Frankenberg, zuständig für die Menschen in der Altstadt und im nahen Stadtteil Friedrichshausen.

In den vergangenen 20 Jahren in Frankenberg hat sich der inzwischen 56-Jährige viel Routine angeeignet - von der profitiert er auch in der Weihnachtszeit. Am heutigen Heiligabend hält er um 17 Uhr den Weihnachtsgottesdienst und um 23 Uhr auch die Christvesper in der Liebfrauenkirche: Während der Weihnachtsfeiertage sind alle Pfarrer in die Gottesdienste in der Kirchengemeinde eingespannt. Neben Horst Schiffner sind auch noch Pfarrer Christoph Holland-Letz und Pfarrerin Felicita Wickert als Seelsorger in Frankenberg tätig.

Die Augen offen halten

Den Stoff für seine Weihnachtspredigt sammelt er im Laufe des Jahres: „Man muss die Augen und Ohren offen halten“, sagt Schiffner. In diesem Jahr wird er in seiner Weihnachtspredigt auch auf die Flüchtlinge eingehen, die im Herbst aus fernen Ländern nach Frankenberg gekommen sind: „Statt Mauern aufzubauen, muss man die Begegnung suchen.“ Auch über seine Weihnachtsfeier mit Einwanderern aus Eritrea, Syrien, dem Iran und Äthiopien wird Schiffner berichten.

Auch wenn es sich alljährlich wiederholt: Die wichtigste Grundlage für die Weihnachtspredigt ist für ihn nach wie vor die Weihnachtsgeschichte: „Auch das Vertraute muss man bei den Menschen immer wieder ins Gedächtnis rufen.“ Außerdem sei die Weihnachtsgeschichte auch nicht unbedingt allen bekannt, die an Heiligabend in die Kirche gehen: „Man kann nicht selbstverständlich davon ausgehen, dass es so ist.“

Weihnachten ist für den Vater von drei Kindern im Alter zwischen 18 und 24 Jahren immer wieder ein besonderes Fest: „Ich habe immer noch Lust, an Weihnachten zu predigen. Das Fass ist noch nicht ausgeschöpft, da kann man noch immer einen Schluck draus trinken.“ Während seiner 20 Jahre in Frankenberg habe er jedes Jahr eine Heiligabend-Predigt gehalten. „Das ist immer wieder eine neue Herausforderung.“ Durch aktuelles Geschehen gebe es aber Anknüpfungspunkte, die Gemeinde zum Zuhören zu gewinnen. (mjx)

Quelle: HNA

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