Drei Kandidaten gescheitert

Seit 2011: Frankenberger CDU verliert dritte Wahl

Frankenberger Land. Nach Pierre Brandenstein 2011 in Stadtallendorf und Bernd Bluttner 2012 in Frankenberg hat nun mit Rainer Hesse in Gemünden zum dritten Mal innerhalb von drei Jahren ein hochrangiges Mitglied der Frankenberger CDU eine Bürgermeisterwahl in der Region verloren.

Am 2. Oktober 2011 unterliegt Pierre Brandenstein, heute Fraktionsvorsitzender der CDU im Stadtparlament, in der Stichwahl in Stadtallendorf knapp mit 47,44 Prozent gegen SPD-Kandidat Christian Somogyi.

Bernd Bluttner

Am 26. Februar 2012 kommt der damalige CDU-Stadtrat Bernd Bluttner bei seinem Heimspiel in Frankenberg auf 17,0 Prozent das sind nur die drittmeisten Stimmen unter den fünf Kandidaten. Der Wahlsieg geht trotz der vier Konkurrenten im ersten Durchgang mit 50,5 Prozent an Rüdiger Heß, der als parteiloser Bewerber angetreten ist.

Bluttner legt sein Mandat als Stadtrat im September 2013 nieder, weil er beruflich nach Südhessen wechselt.

Am 6. Juli 2014 verliert der Frankenberger Stadtverordneten-Vorsteher Rainer Hesse von der CDU die Wahl in Gemünden gegen Amtsinhaber Frank Gleim (unabhängig, Mitglied der Bürgerliste) mit 27,1 Prozent deutlich.

Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass in allen drei Städten zum Zeitpunkt der Wahl die CDU die meisten Sitze in der jeweiligen Stadtverordneten-Versammlung hat.

Thomas Müller

Thomas Müller, Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes in Frankenberg, sieht keinen Zusammenhang zwischen diesen drei Wahlniederlagen und der Lage der CDU in Frankenberg. "Eine Wahlniederlage in Gemünden ist zwar unschön, hat aber nichts mit dem zu tun, was wir hier in Frankenberg machen", sagte Müller am Montag der HNA.

Er findet es sogar bemerkenswert, dass die Frankenberger CDU offenbar so viel Führungspersonal in ihren Reihen habe, das für andere Städte als Bürgermeister-Kandidat interessant sei. "Und Rainer Hesse hat sich eben von der Gemündener CDU in die Pflicht nehmen lassen."

Pierre Brandenstein

Statt eine Wahlniederlage bloß schlecht zu reden, zählt für Thomas Müller auch der demokratische Aspekt: "Es ist doch löblich, dass sich Leute für eine Wahl zur Verfügung stellen und auch eine deftige Wahlniederlage in Kauf nehmen." Was im Wahlkampf in Gemünden gut oder schlecht gelaufen sei, könne er aus der Entfernung aber nicht beurteilen.

Fest steht für den Stadtverbandsvorsitzenden, dass die 27,1 Prozent, die Rainer Hesse am Sonntag von den Gemündenern erhalten hat, keine Auswirkungen auf Hesse selbst oder die Frankenberger CDU haben werden: "Rainer Hesse ist als Stadtverordneten-Vorsteher in Frankenberg allseits respektiert."

Quelle: HNA

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