Ein Gang durch die Innenstadt

Werbe-Jargon in Frankenberg geizt nicht mit Anglizismen

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Frankenberg. Angesichts einer immer älter werdenden Gesellschaft erstaunt die Fülle an englischen Begriffen in Deutschlands Einkaufszonen – Frankenberg ist davon nicht ausgenommen. Wer mit wachen Augen durch die Fußgängerzone läuft, entdeckt in den Schaufenstern eine ganze Reihe von Anglizismen.

Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht? Nur so lässt sich manche Idee der Werbeindustrie erklären: Was unerklärlich und unverständlich wirkt oder auch einfach nur lässig klingt, hat scheinbar größere Verkaufschancen. Doch, in der Praxis steht der Kunde nicht selten mit fragendem Gesicht vor dem Werbeplakat oder Frankenberger Schaufenster.

Wo der Begriff „All you can eat“ – sich also am Büfett so oft nachnehmen zu dürfen, wie man mag – ein schon fast feststehender Begriff im deutschen Alltag und somit auch in der Frankenberger Fußgängerzone ist, stolpern Einkaufsbummler bei einem Laden über die Werbezeile „Bunt, Crazy, Unwiderstehlich“.

Erraten Sie, dass da ein Optiker für eine Brille wirbt? Stolpern ist hierbei fast wörtlich zu nehmen angesichts des Stilbruchs, deutsche Worte und ein englisches scheinbar willkürlich zu kombinieren. Warum „verrückt“ nicht das gleiche wie „crazy“ ausdrücken kann – ein Rätsel.

Mit Fragen können sich Kunden an den „Help Point“ eines Versicherungsanbieters wenden. Der Begriff erinnert an die noch gar nicht so alte Diskussionen rund um die Deutsche Bahn. Deren „Service Point“ (Informationsschalter) war sogar in der deutschen Politik in die Kritik geraten und heißt nunmehr „DB Information“. Offenbar ist der Zug an diesem Versicherungsmakler vorbeigefahren.

Während der Begriff „Sale“ im Einzelhandel schon gang und gäbe ist, stellen Schilder wie „New Collection“ oder „Happy Days“ (frei interpretiert: Man darf sich „glücklich“ schätzen, dass die Angebote rabattiert sind), neue Stolperfallen dar. Im Falle der „New Collection“ bleibt die Frage im Raum stehen, was an einer „Neuen Kollektion“ weniger griffig sein soll.

Was Alexander Reinbothe, Markenberater bei der Kölner Werbeagentur Endmark, zu Anglizismen in der Werbung sagt und was unser Autor Alexander Koch davon hält, lesen Sie in der gedruckten Mittwochsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

Fotos: A. Koch

Quelle: HNA

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