Wochenmarkt in der Rathausschirn

HNA-Volontärin Anna Lischper versuchte sich als Landfrau

HNA-Volontärin Anna Lischper versuchte sich als Landfrau

Frankenberg. Der Wochenmarkt in der Rathausschirn ist eine Institution in Frankenberg. Jeden Samstag bieten die Landfrauen dort Wurst, Marmelade, Waffeln, Handarbeiten und vieles mehr an. Wie viel Arbeit dahinter steckt, hat sich HNA-Volontärin Anna Lischper etwas genauer angesehen:

Die 28-Jährige hat der Rosenthaler Landfrau Christa Müller geholfen, einen Markttag vorzubereiten. Dazu gehörte auch Kuchenbacken. Und an einem Samstag hat sie in der Rathausschirn hinter der Theke gestanden.

Es ist Samstag, 7.25 Uhr. Das historische Rathaus in Frankenberg beginnt sich in eine Markthalle zu verwandeln. Eine Frau hängt Würste an Holzstangen auf, während andere noch kistenweise Gemüse, Honig und andere Waren hineintragen. Ich ziehe meine Jacke aus und stelle meine Fototasche zur Seite. "Da bin ich", sage ich zu Christa Müller und schaue, wo ich ihr helfen kann. Sie ist heute meine Chefin, denn ich werde einige Stunden als Landfrau an ihrem Stand helfen.

Am Tag zuvor haben wir uns kennengelernt. Ich stand in ihrem Haus in Rosenthal in der Back-Küche, zog mir eine Schürze an und sollte eine Torte schneiden. "Ich, jetzt?", fragte ich unsicher und brachte damit zum Ausdruck, dass ich nicht die routinierteste Tortenschneiderin bin. Christa Müller stimmte zu: "Wenn etwas daneben geht, dann geht es daneben." Also schnitt ich drauflos.

Nachdem ich die Torte geteilt hatte, durfte ich sie verzieren. Eine Kundenbestellung: Schwarzwälder Kirschtorte. Mit einem Spritzbeutel tupfte ich ein Sahnehäubchen auf jedes Stück. Ich teilte die Zierkirschen einmal durch und legte auf die Sahnehäubchen jeweils eine halbe Kirsche. Zum Schluss wurden Rand und Mitte der Torte mit Schokostreuseln bestreut.

Nach dem dritten Mal Sahne schlagen begann ich eine Strichliste: Sechs Mal schlug ich insgesamt Sahne. Ich verteilte sie auf Tortenböden oder schmierte ganze Torten damit zu. Ich solle nicht so zaghaft sein, sprach mir Christa Müller Mut zu. Blieb ich aber trotzdem, schließlich wollte ich nicht fremde Torten verunstalten.

Der nächste Tag: Um 8.19 Uhr ist alles aufgebaut. Die Torten stehen auf Kühlelementen in der Theke hinter einem Spuckschutz, darauf einige Flaschen Eierlikör und Kaffee. Auf der anderen Hälfte des Tisches sind Marmeladengläser aufgetürmt, nach Geschmack sortiert. Ich ziehe den traditionellen Landfrauenkittel über.

Um 8.26 Uhr kommt die erste Kundin und hält mir eine Tupperdose entgegen. "Zweimal Rhabarber, eine Donauwelle." Viele Kunden, erzählt mir Christa Müller danach, wissen schon genau, was sie wollen, weil sie jeden Samstag kommen.

Wie der Tag beim Wochenmarkt in der Rathausschirn weiter verlief, lesen Sie in der gedruckten Samstagsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

Quelle: HNA

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