33-Jährige berichtet im Interview vom Preisfrisieren

Frankenbergerin Vera Baumann bei Frisier-EM in Paris

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Tag- und Abendfrisur: Die Friseurmeisterin Vera Baumann wurde von Vater Heinz Baumann und Ehemann Alexander Baumann zur Europameisterschaft nach Paris begleitet. Oben die von ihr erstellte Abendfrisur, rechts ihre Tagesfrisur. 

Frankenberg/Paris. Die Frankenberger Friseurmeisterin Vera Baumann hat am Sonntag und Montag am internationalen Preisfrisieren um die Europameisterschaft in Paris teilgenommen - im Damenfach, Sonderklasse Technik.

Sie trat im Damenfach, Sonderklasse Technik, an. Mit der Abendfrisur erreichte sie Platz 9, mit der Tagesfrisur Platz 11. An dem Wettbewerb beteiligten sich 49 Nationen teil. Von der Erfahrung berichtet die 33-Jährige im Interview.

Frau Baumann, werden Sie Ihren Kundinnen in Frankenberg nun so aufwändige Frisuren machen, wie die Abendfrisur, die Sie in Paris erstellt haben?

Vera Baumann: (lacht) Nein, diese Frisuren sind nicht für den Alltag gedacht. Sie werden speziell entwickelt, um die komplette Kunst des Handwerks zu zeigen.

Was bringt ein solcher Wettbewerb für Ihre Arbeit?

Baumann: Man entwickelt dabei fachliches Können auf hohem Niveau, lernt genau und schnell zu arbeiten, schult das Auge für Form, Farbe und Schnitt und bekommt ein feines Gespür fürs Haar.

Warum haben Sie sich zur Teilnahme an der Europameisterschaft entschieden?

Baumann: Bei meiner Ausbildung zur Friseurmeisterin in der Nähe von Lörrach habe ich Kollegen beim Training für die Weltmeisterschaft erlebt. Das hat mich fasziniert. Ermutigt wurde ich auch von meinem Vater Heinz Baumann, der früher selbst an Preisfrisieren teilnahm und 1988 Hessenmeister im Herrenfach wurde.

Wie bereiteten Sie sich auf die Europameisterschaft vor?

Baumann: Ich habe ein gutes Jahr lang dafür geübt: zwei bis dreimal die Woche mit meinem Trainer und am Wochenende selbstständig in unserem Geschäft. Geübt wird an Trainingsköpfen mit Echthaar. Der Trainer, der erfahren bei Weltmeisterschaften ist, hat die Frisur entwickelt und geschnitten. Ich habe in Absprache mit ihm die Haare gefärbt. Da gab es viele Varianten, bis wir die hatten, die uns gefielen. Zunächst übte ich die Technik, dann das ganz exakte, saubere Arbeiten. Bei dem Wettbewerb darf kein einziges Haar falsch liegen. Als ich dies gut hinbekam, brauchte ich zunächst für eine Frisur über eine Stunde.

Und wie lange hatten Sie im Wettbewerb Zeit?

Baumann: Für die Tagesfrisur 15 Minuten, für die Abendfrisur, in die ein Haarteil und Schmuck eingearbeitet werden, 30 Minuten. Um das so schnell hinzubekommen, musste ich üben, üben, üben - am Wochenende sogar bis tief in die Nacht. Und selbst vor dem Wettbewerb bin ich früh aufgestanden, um die Frisur mindestens noch zweimal vorher zu erstellen. Damit steigert man die Konzentration.

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Quelle: HNA

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