Löhlbach

Frauen der Reformationszeit

- Haina-Löhlbach (ug). In Löhlbach wurde die Rolle von Frauen im evangelischen Glauben behandelt: Mit einem beeindruckenden Gottesdienst feierte die Kirchengemeinde am Sonntag den Reformationstag.

Zum Thema „Frauen der Reformation – gestern und heute“ hatten sich Frauen des Kirchenkreises gemeinsam mit Pfarrerin Andrea Wöllenstein vom „Amt für Frauenarbeit“ im „Referat Erwachsenenbildung“ der Landeskirche Kurhessen-Waldeck beschäftigt. Sie überraschten die Gottesdienstbesucher mit einem Anspiel. Damen aus Rosenthal, Roda, Haine, Birkenbringhausen, Geismar, Vöhl, Marienhagen und Löhlbach stellten Frauen aus der Reformationszeit und von heute dar. Sie machten deutlich, dass sich bereits zur Zeit Martin Luthers Frauen in der Kirche engagierten. In historischen Gewändern trafen Luthers Ehefrau Katharina von Bora (Christa Boucsein), Wibradis Rosenblatt (Marina Beil), Elisabeth Cruciger (Marianne Naumann), Argula von Grumbach (Petra Ruckert) , Katharina Zell (Renate Wilhelmi)und Olympia Fulvia Morata (Charlotte Regenbogen-Backhaus) aufeinander. Sie teilten das Brot und tauschten sich zur Übersetzung der Bibel und zum „neuen Glauben“ aus.

Die Gottesdienstbesucher lauschten gespannt und erfuhren viel Neues über das Leben vor fast 500 Jahren. Auch die Probleme der engagierten Frauen wurden deutlich: Zur damaligen Zeit war es nicht üblich, dass Frauen das Wort am Tisch ergriffen. Durch die alten Gewänder wurden die Schicksale der historischen Frauengestalten noch verstärkt. Trotz allen Engagements dauerte es noch 400 Jahre, bis die erste Frau zur Pfarrerin eingesegnet wurde. „Das hätten die Frauen damals sicher nicht erwartet“ betonte Andrea Wöllenstein. Aber auch die Frauen und Jugendlichen „von heute“ hatten genaue Vorstellungen, welche Veränderungen sie von der Kirche erwarten: Sie stellte ihre Ideen vor und zeigten sie auf Plakaten: Hilfsprojekte, verständliche Sprache, lebendige Gottesdienste, greifbare Ökumene, Gespräche über die Predigt und vieles mehr. Sie machten auch deutlich, dass sich die Kirche ruhig zu politischen Themen wie etwa Hartz IV oder Atomkraft äußern solle. Bei Gesprächen während und nach dem Gottesdienst wurde deutlich, das die Kirche heute wie früher für viele eine Herzensangelegenheit ist.Die Gitarrengruppe „Saitwärts“ und das Duo Arnd Kriebel und Daniela Keute sorgten mit ihren Liedern für die musikalische Ausgestaltung des Reformationsgottesdienstes.

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