Gemeindevertreter billigen einstimmig die neuen Planungen

Weg frei für Sanierung des Bromskirchener Silbersees

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Bromskirchen - Nach sechs Jahren der Planung soll die Sanierung des Bromskirchener Silbersees im Oktober endlich beginnen. Die Gemeindevertreter stimmten dem Projekt erneut zu.

Im Haus am Silbersee trafen sich am Dienstag Abend die Gemeindevertreter zu ihrer Sitzung. Die Sanierung des Sees und die naturnahe Umgestaltung zweiter Abschnitte des benachbarten Linspherbaches standen als Tagesordnungspunkt oben an. Die Wasserqualität des Sees ist schlecht, Algen breiten sich aus, deshalb hatte das Parlament bereits 2009 die Sanierung und die Renaturierungsarbeiten an der Linspher beschlossen. Mit den Planungen wurde die Kasseler Gesellschaft WAGU beauftragt. Im Juli 2010 billigte die Wasserbehörde des Kreises das Projekt. Der BUND und weitere Naturschutzverbände monierten wie berichtet, dass in bereits naturnahe Abschnitte des Linspherbaches eingegriffen werden solle, der BUND klagte im Herbst 2010 gegen den Genehmigungsbescheid des Kreises. Im November 2011 einigten sich Kreis, BUND und Gemeinde auf einen auch schriftlich fixierten Kompromiss, den der Erste Kreisbeigeordnete Jens Deutschendorf ausgehandelt hat. Auf dieser Grundlage hat die WAGU ihre Planungen für die drei Abschnitte abgewandelt. Die Ergebnisse stellte Mitarbeiter Axel Sobirey den Gemeindevertretern vor. Auch einige Angler verfolgten die Präsentation – sie nutzen den See.

  1. An der Zufahrt zur Oberlinspher Mühle ist der Bach verrohrt. Damit Fische auch gegen den Strom zu ihren Laichgebieten gelangen können, wird aus Stein eine „raue Gleite“ zum Rohr gebaut, eine Art Rampe. Auf weitere Renaturierungen in diesem Abschnitt wird gemäß Kompromiss verzichtet.
  2. Der Silbersee erhält an der Dammseite Flachwasserinseln als Biotope für Amphibien. Schilfbewuchs soll die Selbstreinigung fördern und für etwas Schatten sorgen. Gespeist wird der See aus dem Bembach, kontrolliert soll Wasser aus der Linspher zufließen. Unmittelbar am Zulauf in den See bekommt die Linspher ein neues Bachbett, der etwa 15 Meter lange Altarm soll aufgefüllt werden. Der marode „Mönch“ wird abgebaut, stattdessen wird eine neue „Ausleitung“ in die Linspher gebaut. Außerdem werden im Damm sogenannte Scharten als Hochwasserüberlauf in die parallel fließende Linspher geschaffen. Auf weitere Arbeiten gerade am steilen Ufer des Baches wird verzichtet. Wenn möglich, wird Sediment vom Seeboden entfernt.
  3. Gleich hinter dem See nahe der Brücke über die Linspher wird ebenfalls eine Rampe für die Fische gebaut.

Die Aufträge sollen im August vergeben werden, wegen der Brutzeiten von Vögeln könnten die Arbeiten frühestens Anfang Oktober beginnen, sagte Sobirey – eine Auflage der Naturschutzbehörden. Je nach Wetterlage und Wintereinbruch soll das Projekt bis spätestens März 2014 abgeschlossen sein. Bis wann sich die Wasserqualität des Sees verbessert, konnte Sobirey nicht vorhersagen. Die Kosten sind wie 2009 kalkuliert mit 182 500 Euro angesetzt. Das Land hat einen neuen Bewilligungsbescheid über 116 700 Euro ausgestellt, Ante-Holz übernimmt 25 000 Euro als Ausgleichsmaßnahme, so bleibt der Gemeinde noch 40 700 Euro. Die Gemeindevertreter billigten Kostenrahmen und Planung einstimmig.

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