Edertalschule: Abiturzeugnisse übergeben · Gute Ratschläge, aber auch viel Humor

Freiheit für den eigenen Lebensentwurf

Unter dem Applaus ihrer Mitschüler und der Eltern erhielten einige Abiturienten besondere Auszeichnungen für ihre herausragenden Leistungen in den naturwissenschaftlichen Fächern. Fotos: Andrea Pauly

Frankenberg - Hochachtung, Respekt und Anerkennung zollte Schulleiter Stefan Hermes den erfolgreichen Abiturienten, bevor er ihnen am Freitagabend ihre Zeugnisse überreichte. Für die jungen Männer und Frauen ist die Schulzeit nun vorbei. Der Rückblick auf die Jahre an der Edertalschule fiel eher humorig als wehmütig aus.

„Ability“, also Fähigkeit - das Motto des diesjährigen Abiturjahrgangs ist kurz, aber knackig. „Wir gehen, weil wir’s können“, stellten Fabian Marsawa und Jonas Wagner in ihrer Rede fest, „aber was können wir und wohin gehen wir?“ Um diese Fragen zu beantworten, schauten sie auf die Phasen der Schulzeit zurück: Von Phase eins, als die nette Grundschullehrerin noch Sternchenaufkleber verteilte, über die Phase des Schulwechsels, in der Sarah, Marc und David aus dem Greenline-Englischbuch die Klassenmaskottchen ablösten, und jene, in der für die einen das Party- und für die anderen das Online-Phantasy-Leben begann, bis zur heißen Phase vor dem Abitur. Sie dankten ihren Lehrern, Mitschülern und Familien für die Hilfe und Unterstützung, vor allem in den vergangenen Monaten.

Und am Ende stellten sie fest, was sie nun können: stolz auf sich sein, selbstständig sein. Und auch, wohin sie gehen, wissen viele Abiturienten schon: nach Irland, Australien, Tansania oder in die USA, in größere deutsche Städte. Und manche starten in der Region in ihre Zukunft.

Schulleiter Stefan Hermes betonte, dass die Durchschnittsnote auf dem Zeugnis zwar die schulische Leistung bemesse, keinesfalls aber den Wert eines Menschen. „Sie ist ein Indikator für das, was möglich sein kann in Ihrem Leben.“ Er wünschte den ehemaligen Schülern unter anderem die Fähigkeiten, zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Entscheidungen zu treffen, Kritik auszuhalten und Fehler zu korrigieren.

Für den Schulelternbeirat gratulierte Kerstin Engelhard den Abiturienten. Nun gelte es, die neue Freiheit zu genießen, sie mit dem eigenen Lebensentwurf auszufüllen und sich zugleich dessen bewusst zu sein, dass dies ein großes Privileg ist. „Aus der Fülle der Angebote das richtige herauszusuchen, ist bestimmt nicht immer leicht. Aber mal ehrlich: was für eine großartige Chance.“ Sie riet den jungen Erwachsenen, zu beurteilen statt zu verurteilen und konstruktiv zu kritisieren statt zu nörgeln. „Vertraut auf eure Fähigkeiten, setzt euch Ziele“, rief sie den Abiturienten zu. Vorher stehe aber eine „fulminante Zeit mit Chillen ohne Ende“ an.

Helmut Merle vom Förderverein des Gymnasiums gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass die Abiturienten immer mit Stolz auf ihre Zeit an der Edertalschule zurückschauen werden.

Für die Tutoren sprach Andreas Heß (Biologie), der sich das Thema „Reife“ ausgesucht hatte. Er erinnerte mit viel Humor an die Entwicklung der einst „unreifen Früchtchen“. Um es mit den Worten eines Biolehrers zu sagen: „Der Organismus Edertalschule verliert heute seine reifen Früchte.“

Die Zeugnisübergabe wurde vom Jugendsinfonieorchester, der Big Band und dem Chor musikalisch gestaltet.(apa)

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