Bromskirchen

Freiwillige Arbeit für die Gemeinschaft

+

- Bromskirchen (seu). „Ich habe hier viel neue Freunde gewonnen“, sagt der 17-jährige Mazlum aus Istanbul. 13 Jugendliche aus sieben Ländern verbringen derzeit ein zweiwöchiges Workcamp in der Oberlinspher Mühle, organisiert von den Internationalen Jugend-Gemeinschaftsdiensten.

„Gemeinsam leben, lernen und arbeiten“ lautet das Motto der Workcamps mit Jugendlichen in und aus der ganzen Welt . Mehr als 100 solcher Camps finden in Deutschland statt. Ziele sind unter anderem die Schaffung von kulturellem Verständnis, Förderung von sozialem Engagement und Umweltbewusstsein. Projektträger ist das Forstamt Frankenberg.

Zum zweiten Mal betreut Revierförster Heinrich Engelhard, dessen Sohn Hendrik 2009 im russischen Murmansk ein solches Camp erlebte, eine Gruppe. Im Mittelpunkt steht diesmal das Thema „Klimawandel und Wald“. Unter Anleitung von Forstwirtschaftsmeister Dieter Dersch und den Forstwirten Christian Bäumner und Wilfried Womelsdorf waren die Jugendlichen täglich im Wald unterwegs. Sie brachten Baumschutz an jungen Weißtannen an, die auf Windwurfflächen aufwachsen. Sie sollen künftig neben Douglasien die Fichte im Wald ersetzen, die im Zuge der Klimaerwärmung in 50 oder 100 Jahren in der Region keine idealen Wuchsbedingungen mehr 
findet.

Bei einem weiteren Einsatz dämmten die Jugendlichen im Revier Louisendorf die Verbreitung der Herkulesstaude zurück. Anhand der aus dem Kaukasus eingewanderten Pflanze, die sehr konkurrenzstark ist und heimische Gewächse verdrängt, wurde deutlich: „Natur kennt keine Grenzen“. Dies galt auch für das Zusammenleben der elf Teilnehmer und beiden Teamer aus Russland, Spanien, England, Südkorea, Frankreich, der Türkei und Deutschland.

Elke Schäpermeier und Rouven Lipps betreuten die Gruppe und setzten viel auf Selbstorganisation. Das Tagungshaus der Oberlinspher Mühle bot hierzu ideale Bedingungen. Vom Einkaufen übers Kochen bis zum Putzen – alle packten mit an. Sprachbarrieren waren schnell abgebaut. „Mit Englisch erreichen wir jeden“, sagt Elke Schäpermeier
und freut sich über den guten Zusammenhalt der Gruppe. Schon nach zwei Tagen seien alle „aufgetaut“ und zu einer festen Einheit verschmolzen.

Mehr lesen Sie in der FZ vom Samstag, 30. Juli.

Kommentare