Frankenberg

Friedensverhandlung am Gartenzaun

- Frankenberg (mba). Streit unter Nachbarn – vielleicht gibt es den schon, seit unsere Vorfahren sesshaft geworden sind. In heutiger Zeit treffen sich die Streithähne häufig vor Gericht wieder. Oder bei einem Mediator.

Sich miteinander zu streiten, scheint geradezu ein Wesensmerkmal der Menschen zu sein. Und der Mensch von nebenan ist dabei ein geradezu klassischer Kontrahent. Der „Krieg am Gartenzaun“ beschäftigt dabei nicht nur die Streitparteien selbst oder das Publikum von einschlägigen Serien im Boulevardfernsehen, sondern auch seriöse Wissenschaftler. Immer häufiger verlangen die Streitparteien eine richterliche Klärung. Wenn eine der Parteien eine Rechtsschutzversicherung habe, sei die Streitfreudigkeit erheblich größer, weiß der Frankenberger Rechtsanwalt Eckhardt Jung. Bevor man sich mit seinem Nachbarn aber überhaupt vor Gericht streiten kann, muss man in Hessen zunächst eine andere, außergerichtliche Form der Streitschlichtung versuchen. Dies ist bei Nachbarschaftsstreitigkeiten zwingende Voraussetzung, bevor Klage eingereicht werden kann. Dafür wenden sich die Parteien an eine Schlichtungsstelle, zum Beispiel die Schiedsämter der Städte und Gemeinden. „Schlichten statt Richten“ ist der Wahlspruch des Schiedsamtes. Eine andere Möglichkeit, einen außergerichtliche Einigung in einem Streit zu suchen, ist die „Mediation“, also Vermittlung. In Frankenberg ist zum Beispiel der Rechtsanwalt Wolfgang Benedikt-Jansen als Mediator tätig. „Mediation ist ein Verfahren, um Konflikte zu lösen“, sagt Benedikt-Jansen. „Im Unterschied zum Gericht, wo durch das Urteil eine Lösung quasi verordnet wird, suchen bei der Mediation die Parteien selbst eine Lösung.“

Mehr lesen Sie in der FZ-Ausgabe vom Freitag, 9. April 2010.

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