Burgwald

Frisches Wasser für Hochbehälter

- Burgwald (rou). Die Zeit der Notversorgung ist beendet: Die Energie-Gesellschaft Frankenberg (EGF) pumpt Wasser aus dem Hochbehälter Vogelhaus durch eine 3300 Meter lange Leitung zum Hochbehälter in Burgwald.

Nachdem die Gemeinde Burgwald den Wiesenfelder Tiefbrunnen im vergangenen Jahr wegen Verunreinigung vom Netz nehmen (wir berichteten) musste, hatte die Energie-Gesellschaft Frankenberg eine Notversorgung für die Ortsteile Burgwald, Wiesenfeld und Birkenbringhausen aufgebaut. Die Burgwalder erhielten ihr Trinkwasser fortan aus der von Röddenau nach Haine verlaufenden Leitung, aus der auch die Gemeinde Allendorf einen Teil ihres Wassers bezieht.

Hohe Versorgungssicherheit

Dauerhaft kam diese Versorgungsvariante aber nicht in Frage, da die Leitung zum einen mehr als 100 Jahre alt ist, und zum anderen in warmen Sommern wie diesem die Wassermenge nicht ausreicht, um beide Kommunen zu versorgen. Darauf wies gestern auch Burgwalds Bürgermeister Lothar Koch hin. Die Allendorfer hatten in der vergangenen Woche Alarm geschlagen und mitgeteilt, dass allmählich der Wasserspiegel in den eigenen Tiefbrunnen sinke. Doch rechtzeitig zur Rückkehr des Sommers hat die EGF die eigenständige Wasserversorgung der Gemeinde Burgwald sichergestellt.

Der Frankenberger Energieversorger hat für etwas mehr als 435 000 Euro netto eine Wasserleitung vom Hochbehälter Vogelhaus gegenüber der Kaserne zum Hochbehälter Burgwald auf dem Gelände der Burgwalder Gemeindeverwaltung verlegen lassen (wir berichteten). Die Rohre aus Polythylen haben einen Innendurchmesser von 150 Millimetern. Die Gesamtlänge der Leitung zwischen bei den beiden Hochbehältern beträgt 3,3 Kilometer. Verlegt wurden die Rohre nach Auskunft von Projektleiter Volker Ashauer in der Bankette, direkt neben der Kreisstraße 117: im offenen und im geschlossenen Verfahren. Die größte Höhendifferenz beträgt 49 Meter.

Insgesamt hat die Leitung ein Volumen von 56 Kubikmetern. Der tägliche Wasserbedarf der Ortsteile Burgwald, Wiesenfeld und Birkenbringhausen beträgt 250 Kubikmeter. In dem Pumpwerk am Hochbehälter Vogelhaus wurden zwei Kreiselpumpen in Betrieb genommen. Sie haben jeweils eine Pumpleistung von 36 Kubikmetern pro Stunde, im Parallelbetrieb können pro Stunde 53 Kubikmeter in die Leitung gepumpt werden. Jede Pumpe läuft somit rechnerisch 3,5 Stunden am Tag. Koch lobte bei einem Ortstermin die hervorragende Zusammenarbeit der EGF und der Gemeinde. Der Abschluss der Arbeiten bedeute sowohl für die Gemeinde Burgwald als auch die Gemeinde Allendorf den Erhalt der größtmöglichen Versorgungssicherheit. Denn sollte es Probleme mit der alten Röddenauer Leitung geben, könnte Burgwald auch Allendorf mit Wasser beliefern – so wie in der Vergangenheit bis zur Abschaltung des Wiesenfelder Brunnens auch geschehen.

Vertrag über fünf Jahre

Auf der Strecke zwischen den Hochbehältern Vogelhaus und Burgwald hat die EGF auch vier Unterflurhydranten eingebaut. Über sie ist theoretisch auch eine Wasserentnahme im Falle eines Waldbrandes möglich. Die gute Zusammenarbeit stellten auch EGF-Geschäftsführer Karl-Heinz Schleiter und der technische Leiter der EGF, Thorsten Röder, heraus. Die technischen Neuerungen erläuterten gestern Vormittag die beiden Wassermeister Thomas Neugebauer von der Gemeinde und Frank Wolski von der EGF. An dem Termin nahm außerdem Ernst-Jürgen Dohr vom Fachdienst Gesundheit des Landkreises teil.

Während die EGF für die Investitionskosten aufgekommen ist, hat sich die Gemeinde im Gegenzug vertraglich erklärt, in den nächsten fünf Jahren Frankenberger Wasser abzunehmen. Auf den Wasserbezugspreis rechnet der Energieversorger anteilig die Investitionssumme für den Leitungsbau hinzu. Dies hat deutlich günstigere Preise bei hoher Wasserabnahme zur Folge. Bei 125 000 Kubikmetern Wasser würde die EGF der Gemeinde 89 Cent in Rechnung stellen. Bei 60 000 Kubikmetern wären es 1,14 Euro. Etwa Mitte August soll zudem die Studie vorliegen, die Burgwald, Allendorf und die EGF gemeinsam in Auftrag gegeben haben. Darin geht es um ein langfristiges Versorgungskonzept in der Region.

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