Energie-Gesellschaft Frankenberg erhöht Grundpreis um 14 Prozent – erstmals seit 15 Jahren

Frischwasser kostet in Frankenberg ab Juli mehr Geld

Frankenberg - Das Trinkwasser in Frankenberg wird teurer. Die Energie-Gesellschaft (EGF) erhöht zum 1. Juli die Grundpreise.

Zum ersten Mal seit 15 Jahren erhöht die EGF den Wasserpreis. Geschäftsführer Karl-Heinz Schleiter begründet gegenüber der Heimatzeitung den „notwendigen Schritt“ mit den „gestiegenen Kosten bei den Gewinnungs- und Verteilungsanlagen“. Auch die Personalkosten hätten sich durch tarifliche Steigerungen erhöht, ebenso die Preise der Fremdfirmen, die für die EGF arbeiten, sowie die Energiekosten.

Erhöht wird zum 1. Juli jedoch nicht der Arbeitspreis, also der Verrechnungssatz pro Kubikmeter entnommenem Wasser, sondern der Grundpreis, der abhängig von der Zählergröße ist.

Die Erklärung dafür: Unabhängig vom Wasserabsatz musste die EGF in den vergangenen Jahren erheblich in die Instandhaltungen des Netzes für die Trinkwasserversorgung investieren sowie höhere Preise bei Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen in das Wasserversorgungsnetz bezahlen. In Zahlen: In die Trinkwasserversorgung wurden mehr als 20 Millionen Euro investiert, davon rund 16,5 Millionen in die Speicheranlagen und Hochbehälter sowie rund eine Million Euro in die Gewinnungsanlagen.

Um eine „ausreichende Versorgungssicherheit mit Trinkwasser dauerhaft gewährleisten zu können“, stehen nach Auskunft von Schleiter in diesem und in den Folgejahren weitere Instandhaltungen sowie Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen an. Allein 2013 sind Investitionen von 500000 Euro geplant. Im Schnitt seien in den vergangenen Jahren immer zwischen 500000 Euro und einer Million Euro pro Geschäftsjahr investiert worden.

Was bedeutet die Erhöhung des Wasser-Grundpreises für einen durchschnittlichen Frankenberger Haushalt? Bei einer Abnahmemenge an Trinkwasser von 150 Kubikmetern und einer Zählergröße von bis zu fünf Kubikmetern pro Stunde belaufen sich die monatlichen Mehrkosten auf 3,27 Euro, die siebenprozentige Umsatzsteuer bereits eingerechnet.

Auf Basis des Jahresverbrauchs von 150 Kubikmetern Trinkwasser macht dies eine Preiserhöhung von 14 Prozent aus. Nachträglich würde der Preis somit rein rechnerisch um 0,96 Prozent pro Jahr erhöht – seit der letzten Anpassung vor 15 Jahren, erläutert Schleiter. (rou)

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