Frankenberger Betriebshof bemüht sich nach Kräften, die Frostschäden zu beheben

Frost bringt Stadtstraßen zum Bersten

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Frankenberg - Das Frankenberger Straßennetz ist ohnehin marode, es gleicht an vielen Stellen einem Flickenteppich. Das Wetter der vergangenen Tage hat die Situation weiter verschärft.

Das Stopfen von Schlaglöchern in den Frankenberger Stadtstraßen steht für die Mitarbeiter des Eigenbetriebs Betriebshof fast das ganze Jahr auf dem Dienstplan. Doch seit einigen Tagen kommt diesen Arbeiten wieder besondere Bedeutung zu. „Sobald es das Wetter zulässt, sind wir draußen, um die Löcher zu flicken“, erläutert Martin Hecker auf FZ-Anfrage. Denn witterungsbedingt haben sich die Löcher „vermehrt“.

Nachdem der Schnee vor knapp zwei Wochen auf den Straßen getaut war, „ist Wasser eingedrungen“, erklärt der Leiter des Betriebshofs. Dann kam erneut der starke Frost „mit teilweise minus 10 bis minus 13 Grad“. Das Wasser fror, das Eis dehnte sich aus und brachte die ohnehin schadhaften Stellen „regelrecht zum Bersten“.

In schlechte Zustand präsentieren sich die „alten“ Straßen, etwa am Hinstürz die Berliner oder die Bresslauer Straße. Und auch im Ederdorf seien etliche Straßen „stark betroffen“. zum Beispiel der Wolfspfad und der Leiterbergweg. Dort gleicht die Straße einem „Flickenteppich“. Es gibt Abschnitte, auf denen sich die ausgebesserten Stellen nahtlos aneinanderreihen.„Für das Schließen der Löcher verarbeiten wir am Tag etwa 300 bis 500 Liter Kaltmischgut oder Asphaltprodukte“, berichtet Hecker. Vormittags sind jeweils zwei Mitarbeiter im Einsatz, nachmittags einer. „Wenn wir den ganzen Tag dran sind, schließen wir schon mal mehr als 70 Löcher“, erläutert Werner Hartmann, der in dieser Mission seit Tagen in der Kernstadt unterwegs ist. Der Arbeitsablauf ist immer der gleiche. Auf dem Gelände des Betriebshofs lagert das Kaltmischgut in Containern. Damit es beim Verarbeiten nicht so fest ist, wird es dort leicht angewärmt.

Den Pritschenwagen mit mehreren Eimern mit dem schwarzen Asphalt, einem Besen, einem Stampfer und Eimern Asphaltstaub beladen, fährt Hartmann Straße für Straße ab. Ausgefüllt werden alle Löcher, die mindestens drei bis vier Zentimeter tief sind. „Bei geringeren Tiefen hält das Material im Winter nicht so gut“, erläutert er.

Hartmann kehrt die Löcher aus, schüttet aus einem Eimer das Kaltmischgut herein und drückt die schwarze, körnige Masse zunächst mit einer Schippe etwas platt. Dann folgt etwas Asphaltstaub, ehe der „Kitt“ mit einem Stampfer verdichtet wird, „Durch das Befahren verdichtet sich das Mischgut weiter und härtet komplett aus.“

Arbeitsschwerpunkte sind nach Auskunft von Betriebshofleiter Hecker die Hauptverkehrsstraßen und die Straßen mit hoher Frequenz. Gemeinsam mit seinen Kollegen hat er jedoch alle Stadtstraßen im Blick. „Wir gehen schon systematisch vor und versuchen die Schäden so zeitnah wie möglich abzuarbeiten. Denn das Schließen der Löcher dient in erster Linie der Verkehrssicherheit – die Stadt steht in der Haftung, „sollten Verkehrsteilnehmer durch die Löcher fahren und Schäden auftreten“. Deshalb wird auch jede Stelle dokumentiert.Eine langfristige Lösung ist die Verfüllung mit diesem Kaltasphalt nicht. „Die Haltbarkeit ist schon begrenzt“, berichtet Hecker. Das Hauptproblem: Eine einmal ausgebesserte Stelle bricht, meist an den Rändern, beim nächsten Frost wieder auf, wenn sich Wasser in den kleinen Ritzen rund um den „Flicken“ sammelt und sich bei Frost ausdehnt. Bereits vor Jahren hat die Stadt ein Zustandskataster der Straßen erstellt und Prioritäten vergeben. Im Haushaltsentwurf für dieses Jahr sind deshalb auch mehrere Investitionen vorgesehen. In der Kernstadt etwa 37 500 Euro für die Auestraße und 505 000 Euro für die Berliner Straße. „Wir werden uns die weiteren Schäden angucken und dann Schwerpunkte für den Straßenausbau in den nächsten Jahren bilden“, sagt Bürgermeister Rüdiger Heß.

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