Früher zierte er Tafeln

Kellerwald-Achat wird noch immer verarbeitet

Drei Generationen arbeiten in der Steinschleiferei Lange: Hier hält die Seniorchefin und Mutter von Uwe Lange eine Schale aus Kellerwald-Achat in der Hand. Helga Lange erläutert, dass ein Schleifer einen Arbeitstag bis zur Fertigstellung benötigt. Bei noch größeren Objekten kann der Arbeitsaufwand sogar eine Woche betragen. Foto: Faust

Löhlbach. Noch heute lassen sich in Löhlbachs Bachläufen kleine rote Steine finden, die wegen ihrer verschiedenartigen Buntheit und Struktur den Betrachter beim genaueren Hinsehen faszinieren.

Und so mancher Bauherr im Kellerwaldort hat in seinem Erdaushub gewichtige Steine in tiefem Rot gefunden, die später im Vorgarten als Zierde dienten. Bei den Steinen handelt es sich um den so genannten Kellerwald-Achat, der schon zu früherer Zeit für Verzückung gesorgt hatte.

Vor 300 Jahren fand unter anderem ein berühmter Bauherr Gefallen an diesen roten Steinen in der Löhlbacher Gemarkung. Es war der Landgraf Karl, der von 1654 bis 1730 lebte und den kürzlich zum Weltkulturerbe ernannten Herkules in Kassel erbaute. Der emsige Landesherr strebte danach, repräsentative Kostbarkeiten zu erzeugen, deren Rohstoffe möglichst nicht importiert, sondern in der Region gewonnen und veredelt wurden.

So sind im hessischen Landesmuseum Kassel in vergoldetem Silber gefasste Gefäße zu finden, deren Schalen aus Frankenberger Achat bestehen, die in ihrer Struktur und Farbe noch heute auffindbaren Steinen des Kellerwaldes entsprechen. Nach Einschätzung des Edelsteinschleifers Uwe Lange aus Bergfeiheit bezieht sich diese historische Bezeichnung auf Steine, die im Umfeld von Löhlbach gefunden wurden.

So ist in Aufzeichnungen belegt, dass man auf einem namentlich bekannten Löhlbacher Berg Achat gewann, den man um das Jahr 1700 herum in der „Achatmühle“ in der Nähe des Klosters St. Georgenberg in Frankenberg verarbeitete. Dies geschah im Auftrag des hessischen Landgrafen Karl, der dort Zuschnitte und Schleifarbeiten ausführen ließ.

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Von Gerd Faust

Quelle: HNA

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