Führung

Fernmeldegebäude und Atombunker zogen über 50 Besucher an

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Ansturm auf das Fernmeldegebäude: Über 50 Besucher zählten die Veranstalter bei der letzten Besichtigung von „Unter zehn Dächern von Frankenberg“ – acht hatten sich angemeldet.

Frankenberg. In einen Atombunker führte die letzte der zehn Veranstaltungen „Unter zehn Dächern von Frankenberg“, die vom Familienbüro zusammengestellt wurden.

Das Fernmeldegebäude mit dem darunter liegenden Bunker war in den 1970er- Jahren gebaut worden. „Damals war es durchaus noch üblich, Atombunker zu bauen“, erklärte Telekom-Techniker, Bernd Lohwasser. 50 Menschen hätten im Notfall in dem Bunker Platz. Dieser wird seit 1986 nicht mehr benutzt.

Aus vier Räumen mit Notausgängen, die im Hof enden, setzt sich der Bunker zusammen. Er ist circa 80 bis 90 Quadratmeter groß und liegt 15 Meter tief unter der Erde. Auch die sanitären Anlagen sind noch vorhanden, jedoch nicht mehr in Betrieb. Ein besonderer Hingucker für die jüngeren Teilnehmer der Führung: In einem der Räume hing noch ein Telefon mit Wählscheibe, was den Kindern in dieser Form gar nicht mehr geläufig war.

Neben dem Bunker steht ein großer Dieselmotor. Bei einem Stromausfall könne er vier Wochen ununterbrochen laufen, erklärte Lohwasser. Auch zwei riesige Batterien stehen für den Notfall bereit.

Zunächst führte Bernd Lohwasser die Teilnehmer jedoch in die Räume der Fernmeldetechnik: „Bis zu drei Kilometern Entfernung funktioniert das Internet über die Kupferleitungen gut. Danach nimmt die Geschwindigkeit durch die Dämpfung exponentiell ab.“

Aus diesem Grund gebe es allein in Mittelhessen 250 Fernmeldegebäude. Auf die Frage eines Teilnehmers, ab wann die Leitungen auf Glasfaser umgestellt würden, antwortete er: „Sobald Sie es bezahlen.“ Nicht die Bereitstellung der Technik, sondern das Verlegen der Glasfaser-Kabel sei „unheimlich aufwändig“ und daher teuer. (gsk)

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Quelle: HNA

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