Sturm beschädigte damals Dächer von über 20 Häusern

Fünf Jahre danach: Als die Windhose durch Altenlotheim fegte

+
Dächer abgedeckt, Bäume entwurzelt: Bernd Felski steht am Tag nach der Windhose in Altenlotheim hinter einem entwurzelten Baum.

Altenlotheim. Die Unwetter mit Sturm, Starkregen und Hagel der vergangenen Wochen haben vor allem in Altenlotheim Erinnerungen geweckt.

Fünf Jahre ist es jetzt her, als am 22. Juni 2011 eine Windhose über das Dorf fegte und riesige Schäden anrichtete. Bei fast 30 Häusern wurden die Dächer abgedeckt, Bäume wurden entwurzelt.

Noch leicht aufgewühlt im Gefühlszustand – als ob es gestern erst passiert wäre – steht Hartmut Reiser auf seinem Hof in der Forststraße 9 und schildert die entscheidenden Minuten vor und nach dem Unglück, als am 22. Juni vor fünf Jahren eine Windhose den beschaulichen Ort heimsuchte.

Der Blick des 62-jährigen früheren Kaufmanns geht hinüber zum Nachbarhaus, wo die Mutter von Christian Durstewitz wohnt. „Da kam der Sturm herein“, berichtet Reiser, und schlug eine Schneise der Verwüstung über sein Anwesen und weiter quer durch den Ort.

Reiser war unterwegs auf der Weide gewesen, um ein Pferd nach Hause zu holen. „Von jetzt auf ‘geschwind“, und da hört man den gebürtigen Schwaben in der Stimme, „entwickelte sich ein brutaler Starkregen. Im Nu waren meine Stiefel voll Wasser gelaufen. Ich bekam keine Luft mehr“, erinnert sich Reiser.

Zurück auf seinem Hof, wo Minuten zuvor noch friedlich zwei Kinder gespielt hatten, sah Reiser die Bescherung: Das Unwetter hatte die Dächer von Wohnhaus und angrenzenden Gebäuden abgedeckt; auf der Scheune die komplette Dachkonstruktion wohl kurz angehoben und leicht versetzt wieder abgesetzt.

Die Windhose, so hieß es damals in der HNA, war gegen 15.15 Uhr an jenem Junimittwoch des Jahres 2011 durch das 700 Einwohner zählende Dorf gezogen. Der Sturm hatte mit brachialer Gewalt die Dächer von über 20 Häusern fast komplett abgedeckt und schwer beschädigt.

Für das Blaulicht der vielen Feuerwehrfahrzeuge der herbeigeeilten Helfer in den Straßen ist Hartmut Reiser noch heute dankbar. Die Hilfe war schnell da, in den folgenden Tagen wurde mit großer Gemeinschaftsleistung angepackt und aufgeräumt. „Ich habe dich noch nie so nervös gesehen“, habe seine Frau zu ihm gesagt, als er ihr von der noch nicht erlebten Naturkatastrophe berichtet hatte.

Fünf Jahre nach dem Ereignis sitzt Hartmut Reiser zufrieden auf einer urigen Gartenbank zwischen Blumen-, Rasenflächen und kleinen Teichen auf seinem Grundstück. Aus einem zerbrochenen Sturz seiner Scheune hat er nach der Windhose die einmalige Sitzgelegenheit selbst gebaut. Inzwischen ist er auf Messen vertreten und bringt seine Sitz-Unikate an den Kunden.

Mehr über die Windhose von Altenlotheim lesen Sie in der gedruckten Mittwochsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

Quelle: HNA

Mehr zum Thema

Kommentare