Hatzfeld/Battenberg

Fusion ist für Uwe Ermisch "vom Tisch"

- Hatzfeld/Battenberg (da). Nachdem im Sommer die beiden Bürgermeister eine mögliche Fusion der beiden Städte ins Spiel gebracht hatten, wurde das Thema nur hinter verschlossenen Türen diskutiert.

Im Jahr 2014 könnten beide Städte verschmelzen, hatten Hatzfelds Bürgermeister Uwe Ermisch (SPD) und sein Battenberger Amtskollege Heinfried Horsel (parteilos) Anfang Juli vorgeschlagen. Mit Bedacht solle die Idee angegangen werden. Der Plan: Nach der Kommunalwahl 2011 könnten sich Arbeitsgruppen mit dem Thema beschäftigen. Beide sahen eine historische Chance darin, „einen neuen Weg miteinander zu beschreiten“.

Der Plan wurde heftig diskutiert. Gegner sitzen vor allem in Hatzfeld. Die Fraktionen der Burgstadt trafen sich vor einigen Wochen hinter verschlossenen Türen, um über das von den Bürgermeistern vorgelegte Strategiepapier zu sprechen. Nach FZ-Informationen ging es bei der Sitzung kontrovers zu.

Die einzige Gruppe, die wenige Wochen nach Bekanntwerden der Bürgermeister-Pläne ihre Ablehnung öffentlich machte, war die Bürgerliste Hatzfeld. „Unsere Stadt Hatzfeld muss selbstständig bleiben. Keine Fusion mit Battenberg!“, forderten Vertreter aus Magistrat, Stadtparlament und Ortsbeirat in einem Flugblatt.

Seitdem ruhte das Thema. Die Bürgermeister wollten erst nach der Kommunalwahl das Thema wieder aufgreifen. Im jüngsten „Hatzfelder Boten“, der in dem Städtchen und den Ortsteilen in einer Auflage von 1035 Exemplaren an die Haushalte verteilt wird, richtet Bürgermeister Ermisch das Wort an seine Bürger.

„Hintergrund dieser Gedankengänge sind die demografischen Prognosen zur Entwicklung der Region und auch Faktoren, die im Bereich der allgemeinen Aufwendungen für die Unterhaltung der städtischen Einrichtungen liegen“, schreibt Uwe Ermisch. „Die Resonanz zu diesen Überlegungen war gespalten. Ich hätte mir gewünscht, dass so eine Diskussion sachlicher geführt wird. Nach den mir vorliegenden Rückmeldungen ist dieses Thema vom Tisch.“

Gleichwohl betonte er gestern auf FZ-Anfrage, dass er eine Fusion „immer noch für sinnvoll“ halte. „Aber das ist reine Energieverschwendung, zumindest im Moment. Für mich ist das Thema passé.“ Gegner gebe es in Hatzfeld und in allen Stadtteilen. Uwe Ermisch geht auch hart mit den Parlamentariern ins Gericht. „Mit Gedankenmachen tun sich viele unserer Stadtverordneten schwer.“

Sollte eine mögliche Fusion vonseiten des Parlaments wieder auf den Tisch kommen, würde er das allerdings wieder unterstützen, sagte er gestern. Im „Hatzfelder Boten“ schreibt er dazu: „Andererseits sind aber die politisch Verantwortlichen in den Gremien unserer Stadt dahingehend gefordert, sich in die inhaltliche Arbeit wie zum Beispiel bei Entwicklungsfragen, bei Fragen zum demografischen Wandel, zum Umgang mit den städtischen Finanzmitteln und letztlich auch zur interkommunalen Zusammenarbeit in der Region stärker einzubringen. Das Erringen von strategischer Stammtischhoheit reicht nicht, um die anstehenden Probleme in unserer Stadt und Region sachgerecht zu meistern.“

Ermisch findet auch in seinem Schlusssatz deutliche Worte: „Ideologische Prinzipienreiterei, das Verfolgen von Eigeninteressen und Lobbyismus helfen uns nicht weiter“, schreibt er. Künftigen Generation müsse eine „lebens- und liebenswerte Stadt mit urbaner Qualität“ geboten werden.

Heinfried Horsel wurde von Ermischs Verlautbarungen überrascht. „Ich weiß, dass es Gegenwind gibt. Aber ich kann das nicht nachvollziehen“, sagte er. „Dass es emotional diskutiert wird, ist klar. Für die sachliche Seite fehlen Informationen, und die sollten nach der Kommunalwahl von uns geliefert werden“, sagte der Battenberger Rathauschef. „Danach kann man erst entscheiden: Will man das, oder will man das nicht.“ Er sei „weiter optimistisch“, dass eine Zusammenlegung eine Chance hat.

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