Fernsehhändler verkaufen nicht so viele Flachbildfernseher

Vor der Fußball-WM: Kein TV-Boom wie 2006

Waldeck-Frankenberg. Ein Sommermärchen für Fernsehhändler war die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland. Sie profitierten von einem Ansturm auf moderne Flachbildfernseher. Marktforscher sagen, die WM in Südafrika werde einen ähnlichen Effekt haben. Aber: Nicht alle Händler in Waldeck-Frankenberg bestätigen diese Prognose.

Die Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik rechnet für das Jahr 2010 mit einem Absatz von 9,3 Millionen Fernsehern. Im Vergleich zu 2009 wäre das ein Plus von acht Prozent und ein neuer Rekord. Im gesamten Jahr 2006 hatte die Branche nur 5,8 Millionen Fernseher verkauft.

Kurz vor der WM 2010 sind die Fernsehhändler im Landkreis nicht so euphorisch. Das Geschäft sei „sehr ruhig“, sagt Barbara Jonietz vom Frankenberger Händler Elektro Jonietz auf Anfrage der HNA. Sie sieht in der Wirtschaftskrise den Grund für die Zurückhaltung der Käufer: „Man muss ja auch das Geld dafür haben.“

Stefan Werner von EP Lisboa in Bad Wildungen ist ebenfalls zurückhaltend: „Die Nachfrage ist nicht so groß wie vor vier Jahren, aber sie ist in Ordnung.“ Aktionen wie die Inzahlungnahme alter Fernseher brächten unabhängig von der WM neue Kunden.

Zufrieden zeigten sich Bernd Zimmek von Fernseh-Zimmek in Burgwald und Marktleiter Michael Richter von Expert Medialand in Korbach. Beide berichten, dass vor der WM deutlich mehr Fernseher verkauft werden als sonst, aber weniger als 2006.

„Damals hat das eine zum anderen gepasst“, sagt Zimmek und meint den Wechsel von Röhren- zu Flachbildfernsehern, der sich parallel zur WM in Deutschland vollzog. Heute hätten zwar schon viele Kunden moderne Geräte. Dafür gebe es neue Technologien wie hoch auflösendes Fernsehen (HDTV) und noch größere Bilddiagonalen, die zum Kauf reizten, sagt Richter. Zum Tage/Hintergrund

Von Marcus Janz

Quelle: HNA

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