Tag der Milch: Geismar liefert eine Million Liter jedes Jahr

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Ohne Gentechnik: Milchbauer Kurt Freitag aus Geismar liefert jedes Jahr rund 230 000 Liter Milch an die Marburger Traditionsmolkerei. Er ist selbst Genosse des Unternehmens. Foto:  Hörcher

Frankenberger Land. Der 1. Juni ist der internationale "Tag der Milch". Die HNA war deshalb zu Besuch in Geismar, dem Dorf mit den meisten Milchlieferanten in Deutschland, wie Bauer Kurt Freitag erzählt. Jedes Jahr werden dort „gut eine Million Liter Milch“ erzeugt.

Frankenberg. „Frische Vollmilch“ steht auf dem Ein-Liter-Karton. Und: „Ohne Gentechnik“. Seit gut anderthalb Jahren liefern die Milchmacher der Marburger Traditionsmolkerei ihre Milch wieder in die Region. Milch aus der Region in die Region. 70 000 Liter produziert die Marburger Traditionsmolkerei jeden Tag - 22 Millionen Liter pro Jahr. Frischmilch, saure und süße Sahne und Schmand.

Als Unternehmen ist die „Marburger Traditionsmolkerei“ eine Genossenschaft, ursprünglich gegründet von 68 Bauern aus der Region - vornehmlich von Landwirten aus den Landkreisen Marburg-Biedenkopf und Waldeck-Frankenberg.

Der Hintergrund der Gründung: Nachdem die hessische Privatmolkerei Schwälbchen nach zwei Jahrzehnten Zusammenarbeit den Pachtvertrag mit den Marburgern gekündigt hatte, wollten die heimischen Milchproduzenten nicht mehr von „irgendwelchen Managern“ abhängig sein. Die hatten nämlich gemeint, dass sich der Standort nicht mehr lohne.

In der Genossenschaft sind auch 14 Landwirte aus dem Frankenberger Stadtteil Geismar mit dabei. Unter anderem Kurt und Inge Freitag. 44 Milchkühe haben sie auf der Weide stehen, ihre Tiere liefern 230 000 Liter Milch im Jahr. „Das Milchauto kommt jeden zweiten Tag. Geismar ist das Dorf mit den meisten Milchlieferanten in Deutschland“, erzählt Kurt Freitag. Jedes Jahr werden in Geismar „gut eine Million Liter Milch“ erzeugt.

Pro Liter bekommen die Milchbauern inzwischen rund 39 Cent. Vor wenigen Jahren waren es nur 20 Cent pro Liter. Freitag: „Der Milchpreis hat sich dem Markt wieder angepasst.“

Der sehnlichste Wunsch von Kurt Freitag ist, dass in den Supermärkten in der Region noch mehr Produkte der Marburger Traditionsmolkerei angeboten und von den Kunden noch mehr gekauft werden. Die Wertschöpfung aus der Region solle in der Region bleiben. (mjx)

Zum Tag der Milch stellen wir in der gedruckten Sonntagsausgabe der HNA in Frankenberg auch einen Hof vor, auf dem die Kühe selbst bestimmen, wann sie gemolken werden. Ein Melkroboter macht`s möglich.

Quelle: HNA

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