Fußballspiel endete vor dem Amtsgericht: Verfahren eingestellt

Frankenberg. Was auf dem Fußballplatz passiert, hat nicht immer mit Sport zu tun: In einem Spiel der Frankenberger C-Liga soll ein Spieler einen Kopfstoß bekommen haben und ins Gesicht getreten worden sein.

Das Sportgericht des Fußballkreises war nach der Befragung der Beteiligten zu keinem Urteil gekommen. Auch vor dem Frankenberger Amtsgericht wurde das Strafverfahren mit Geldauflagen vorläufig eingestellt.

Der 36-Jährige, der den Kopfstoß gegeben haben soll, zahlt dem 30-jährigen Opfer 250 Euro, der 28-jährige, der getreten haben soll, hatte sich mit dem Mann bereits außergerichtlich auf die Zahlung von 500 Euro geeinigt.

Was die Fußballer Rudelbildung nannten, hieß vor Gericht „gefährliche Körperverletzung“ und „hinterlistiger Überfall“. Der Fußballschuh gilt als „gefährliches Werkzeug“. Es lief die 86. Spielminute in diesem Spiel am 18. April 2010: Die Gastgeber führten mit 6:0, als einer ihrer Spieler und ein Gegner im Kampf um den Ball zu Fall kamen. Sie standen wieder auf und stellten sich Gesicht an Gesicht. Bis hierhin waren sich alle Beteiligten einig.

Dann soll der 36-jährige Angeklagte seinem 30-jährigen Gegenüber einen Kopfstoß gegeben haben, worauf dieser zu Boden fiel – das sagten der 30-Jährige und seine Mitspieler als Zeugen aus. „Ich müsste bescheuert sein, mich bei 6:0 zu so einer Hirnrissigkeit hinreißen zu lassen“, entgegnete der Angeklagte. Er sagte, beide seien beim Aufeinanderzugehen mit den Köpfen zusammengestoßen. „Wer nicht zurückzieht, trägt eine Teilschuld“, räumte er später ein.

Als der 30-Jährige nach dem vermeintlichen Kopfstoß auf dem Boden lag, kamen Spieler beider Mannschaften hinzu. Dabei soll der zweite Angeklagte den am Boden liegenden Gegner zwei Mal ins Gesicht getreten haben. „Ich habe ihn am Fuß festgehalten, damit er mich nicht weiter treten kann“, sagte der 30-Jährige. Mitspieler warfen sich schließlich auf ihn, um ihn zu schützen.

Der 30-Jährige erlitt eine Schädelprellung und andere Verletzungen, er musste zwei Nächte im Krankenhaus verbringen. Er hatte den Fall vor das Strafgericht gebracht, „damit so etwas nicht wieder vorkommt“, erklärte er.

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Quelle: HNA

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