Hans-Karl Augustat baut Modelle von Mühlen aus der ganzen Welt nach

Ein ganz besonderes Hobby

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In seinem Element: Hans-Karl Augustat steht neben seiner ersten Mühle, einer Kreisflügelmühle. Die Holzwindmühle (rechts) kam im vergangenen Winter hinzu. Fotos: Nickoll

Reddighausen. „Es soll ja nicht in Arbeit ausarten, es ist ja nur ein Hobby“, beschreibt Hans-Karl Augustat das, was er vor allem im Winter monatelang macht: Miniatur-Mühlen bauen.

Wer sieht, was Augustat im Hobby- und Heizungskeller erschaffen hat, ist begeistert. Mühlen aus Holz und Beton, die sich durch Wind- und Wasserkraft bewegen und aussehen, als habe man das Original geschrumpft. Der 66-Jährige aus Reddighausen entdeckte seine Liebe zur Mühle erst spät. Vor vier Jahren, als er in Rente ging, begann seine Mühlenbau-Leidenschaft. „Manchmal werfe ich aber auch schon nach einer Stunde hin“, gibt sich Augustat bescheiden und lacht.

Der gebürtige Reddighäuser hat sechs selbstgebaute Mühlen im Garten vor und hinter dem Haus stehen. „Ich habe die Mühlen im Mühlenmuseum in Gifhorn gesehen und mir gesagt: Das mache ich auch mal.“

Er nahm sich bei seinen Besuchen in Gifhorn Prospekte mit, das die Mühlen auf dem Gelände zeigt. Die Bilder und vorhandenen Maße nahm der gelernte Maurer als Vorlage für die Entwürfe seiner eigenen Mühlen. Mit dem Ende des Berufslebens war dann aber erst Zeit da und Augustat legte schnell los: 2011 war die erste Mühle nach rund drei Monaten Bauzeit fertig: eine Holländerwindmühle, die modernste klassische Mühle.

Die Köpfe der Windmühlen rollieren mit dem Wind. „Bei einer dreht sich der Kopf, bei der anderen die Spindel“, erklärt Augustat. Auch eine Wassermühle besitzt er, die Tiroler Wassermühle, die er als einzige schon im Original gesehen hat. Sie steht bei ihm neben einem kleinen Bach, dessen Wasser aus dem Koi-Karpfen-Teich hochgepumpt wird.

Auf den ersten Blick nicht zu erkennen ist das faszinierende Innenleben der Mühlen: Zwei besitzen einen Mahlstein, der sich mit dem Wind bewegt. Es kommt zum Vorschein, wenn man die Dächer hochhebt. Neben dem Sägewerk befindet sich in der Wassermühle eine kleine Hufeisenschmiede. Auch der Hof vor den Mühlen besticht durch liebevolle Details: Kühe liegen vor Rembrandts Bockwindmühle, daneben sitzt ein Männerfigürchen auf einer Bank, neben ihm picken Hühner nach Körnern, ein Frauenfigürchen schaut ihnen dabei zu.

Immer wieder bleiben Menschen vor dem Haus stehen, einige klingeln sogar bei Augustat, um eine Mühle zu kaufen. Sie sind aber unverkäuflich.

Von Nina Nickoll

Quelle: HNA

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