Ganz schön wackelig: HNA testete Kletterpark am Edersee

Hemfurth-Edersee. Der Sommer naht und somit auch der Freizeitspaß rund um den Edersee. Dutzende Attraktionen gibt es dort, der Kletterpark bei Hemfurth ist eine von ihnen.

HNA-Reporter Luca Deutschländer (Foto) hat, zwischen Bäumen kletternd, den Selbsttest gemacht. In der HNA-Reportage schildert er seine Erlebnisse.

Der Karabiner schließt sich mit einem leichten Knacken. Jetzt kann mir nichts mehr passieren. So verspricht es das Sicherungssystem im Kletterpark am Edersee. Selbst bei einem Fehltritt falle ich nicht zu Boden, sondern lande im Klettergurt. Und dennoch, ganz wohl ist mir bei der Sache nicht. Denn: Ich bin zwar schon einmal geklettert - ich kann mich aber noch gut erinnern, mich dabei nicht unbedingt talentiert angestellt zu haben.

Wie auch immer. Jetzt stehe ich an diesem trüben Apriltag vor dem ersten Hindernis im orangenen Kletterparcours. Den hat Jürgen Böhmer, Sicherheitsmanager für Adventure Parks und mein Begleiter auf der Tour zwischen den Bäumen, ausgesucht. „Fortgeschritten“, steht als Schwierigkeitsgrad auf einem der Hinweisschilder. Für mich nicht gerade treffend, denke ich mir. Doch dafür ist es jetzt zu spät. Das erste Hindernis wartet.

Los geht’s: HNA-Reporter Luca Deutschländer hat sich für den orangenen Kletterparcours entschieden. Der ist bis zu sieben Meter hoch. Fotos Renner

Was recht stabil aussieht, erweist sich beim ersten Schritt als ganz schön wackelig. Ich bin konzentriert, versuche den Blick zum Boden zu meiden. Kurze Zeit später ist das erste Element geschafft. Erleichterung. Und der Blick nach vorn. Auf mehreren in der Luft hängenden Brettern, die aussehen wie Schaukeln in vier Metern Höhe, geht es zur nächsten Plattform - wackelig, wie sich versteht. „Alle Elemente in diesem Parcours sind beweglich“, sagt mein Trainer Jürgen Böhmer. Hier komme es darauf an, der Ausrüstung zu vertrauen. „Das Risiko in diesem Parcours geht gegen Null.“

So gut das aus dem Mund des Profi klingt, so schwer ist es als Laie zu verinnerlichen. Doch ich habe den Eindruck, mich mit jedem Element etwas zu verbessern. Meine Anspannung weicht einer gewissen Routine. Wenn Jürgen Böhmer die Elemente in einem Tempo und mit einer Sicherheit überquert, als gehe er über eine Brücke, kommt Bewunderung hinzu.

Inzwischen bewegen wir uns in sieben Metern Höhe, die letzten Elemente des orangenen Parcours vor Augen. Nachdem ich mich über eine Kette aus Autoreifen auf die letzte Plattform geschleppt habe, steht die Abfahrt über die Seilrutsche bevor. „65 Meter lang“, sagt mein Trainer.

„Das macht Spaß.“ Ich glaube ihm das aufs Wort. Und auch, wenn ich seinen Ratschlag, in der Luft wie beim Radfahren mit den Beinen zu strampeln, im Eifer des Gefechts nicht befolge und am Ende mit dem Rücken im Dreck lande, habe ich es gepackt.

Ich bin zurück am Boden. Es ist ein gutes Gefühl - das Gefühl, etwas geschafft zu haben, das einem nicht liegt.

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Quelle: HNA

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