DRK-Mitarbeiter bringen 45 Bewohner vom Wingertsberg in den Neubau am Burgberg

Ein ganzes Seniorenheim zieht um

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Eine Fahrt im Krankenwagen ohne medizinischen Notfall erlebten am Samstag 35 Senioren aus dem Seniorenheim am Wingertsberg: Sie wurden von den Helfern des DRK in das neue Pflegeheim gebracht.

Battenberg - Wie ist ein Umzug von 45 teils immobilen Senioren zu meistern? Wie ist sichergestellt, dass jede Versichertenkarte und jedes Medikament zu jeder Zeit verfügbar ist und dass jeder Bewohner am Ende seinen Bademantel in seinem neuen Zimmer vorfindet? Dieser logistischen Herausforderung stellte sich am Wochenende das DRK in Battenberg.

Mehrere Monate lang haben die Mitarbeiter des DRK-Seniorenheims am Wingertsberg den Umzug in das neue Gebäude am Burgberg geplant und organisiert - am Samstag sollte sich zeigen, ob alles reibungslos funktionieren würde.

In den Zimmern sind an diesem Morgen nur noch die nötigsten persönlichen Dinge sowie Betten und Tische. Die Schränke sind leer, private Möbel, Blumentöpfe, Fotoalben und Kleidung haben die Helfer des DRK bereits in den vergangenen Tagen ins neue Gebäude gebracht. Am Abend vor dem Umzug war es ungewohnt still in den Zimmern - schließlich waren auch Fernseher und Radios schon weg. In vielen Fällen halfen die Angehörigen der Senioren, die neuen Schränke einzuräumen, die privaten Möbel aufzubauen und Bilder aufzuhängen.

Der Umzug ist bis ins Detail organisiert: Für jeden Bewohner gibt es eine große rote Schachtel für die wichtigsten Medikamente und Hilfsmittel sowie eine Dokumentenmappe, die gleichzeitig mit dem jeweiligen Besitzer ins neue Zimmer gebracht werden. Hinzu kommen je nach Bewohner Rollator, Rollstuhl oder Stock und ein Beutel mit Wäsche. 45 Senioren müssen mitsamt ihren Habseligkeiten transportiert werden. Erst, wenn Wohnbereichsleiter Thomas Born alle Häkchen auf seiner Liste gemacht hat, machen sich die Fahrer mit den Senioren auf den Weg - und zwar mit jedem einzeln.

„Wir haben noch nie ein ganzes Seniorenheim umgezogen“, sagt Jens Köster vom DRK-Kreisverband, „und wahrscheinlich werden wir das auch so bald nicht mehr tun.“ Deshalb sei die Aktion nicht nur spannend. „Für uns ist das auch eine wirklich gute Übung, falls so etwas mal im Ernstfall gemacht werden muss.“

Der DRK-Kreisverband hat insgesamt 18 Fahrzeuge nach Battenberg geschickt, darunter sieben Rettungswagen. Denn nur acht Patienten sind noch so fit, dass sie problemlos in ein normales Auto einsteigen können. Die anderen werden mit dem Krankenwagen in die neue Bleibe gebracht. Zehn Patienten müssen liegend transportiert werden - sie sind erst ganz zum Schluss an der Reihe.

Insgesamt sind etwa 60 Helfer und Mitarbeiter an diesem Tag im Einsatz: Die einen übernehmen den Fahrdienst, die anderen packen die Habseligkeiten aus den Zimmern in die Autos zu den Patienten, wieder andere sorgen dafür, dass immer die Senioren im Foyer des alten Heims bereit sitzen, die als nächstes an der Reihe sind. Für eine reibungslose Fahrt ohne Gegenverkehr auf dem schmalen Weg den Wingertsberg hinunter sorgen weitere DRK-Helfer per Funk. Dank ihnen fahren immer nur die Fahrzeuge vor das alte Seniorenheim, die gebraucht werden. (apa)

Einen ausführlichen Bericht lesen Sie in der Montagausgabe der Frankenberger Zeitung.

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