Autokauf in Hatzfeld geht schief – Betrüger erhält Geldstrafe von 3000 Euro

Ein Garagengeschäft mit Folgen

Frankenberg. Augen auf beim Autokauf. Diese Erfahrung musste auch ein 25-jähriger Autokäufer machen. Er wurde von dem angeklagten 24-jährigen Bad Berleburger übers Ohr gehauen. Am Ende wurde der Täter zu einer Geldstrafe von 3000 Euro verurteilt.

Richterin Andrea Hülshorst vom Amtsgericht hatte etwas Mühe, Licht in den Sachverhalt zu bringen. Geladen waren neben dem Angeklagten und dem Opfer noch drei Zeugen. Von denen redeten sich im Prozessverlauf zwei um Kopf und Kragen: „Ich habe das jahrelang nicht mehr gemacht, aber ich werde jetzt alle Zeugen vereidigen lassen“, sagte Richterin Hülshorst am Ende der widersprüchlichen Zeugenvernehmung.

Im Januar 2009 wollte sich ein Versicherungskaufmann einen neuen Wagen zulegen. Im Internet wurde er auf das Angebot des Angeklagten aufmerksam. 7800 Euro wollte der für seinen Opel Astra haben. Das Problem dabei: Er besaß den Wagen gar nicht. „Der Fahrzeugbrief lag bei der Bank, die mir den Wagen finanziert hat“, so der Angeklagte.

Dies habe er dem Käufer bereits im Vorfeld gesagt. Unsinn sei das, sagte der Betrogene. Beim Autokauf in Hatzfeld sei er am Ende des Verkaufsgesprächs darauf hingewiesen worden, dass der Fahrzeugbrief noch in einer Umzugskiste liege und nachgeschickt werde. Darauf ließ sich der Käufer ein, gab ihm die 7800 Euro und hatte monatelang Ärger am Hals.

„Er hat mich immer vertröstet. Bis irgendwann eine Bank das Auto abschleppen wollte. Erst da wurde mir alles klar“, sagte er. Er einigte sich mit der Bank auf die Zahlung von 4000 Euro für den Fahrzeugbrief. Damit nicht genug. Der Täter war zu dem Zeitpunkt bereits pleite und hatte Privatinsolvenz angemeldet. Doch das Betrugsopfer wollte noch das Geld für den Fahrzeugbrief zurück. „Von der Insolvenz habe ich durch Zufall erfahren, sonst wäre mein Geld jetzt endgültig weg“, so das aufgebrachte Opfer.

Mitgebracht hatte der Betrogene einen Zeugen, der sich an ein Gespräch, über einen bei der Bank lagernden Fahrzeugbrief, nicht erinnerte. „Ich hätte dann vom Kauf abgeraten“, sagte der Zeuge.

Die beiden Entlastungszeugen des Angeklagten konnten sich an fast nichts mehr erinneren - wohl aber, dass es bei dem Verkaufsgespräch um den Fahrzeugbrief ging. Das wollte das Gericht nicht so Recht glauben und vereidigte alle Zeugen. Diese blieben aber bei ihren Aussagen.

Es nützte dem vorbestraften jungen Mann nichts mehr. Richterin Hülshorst schloss sich dem Vorschlag des Staatsanwalts an und verurteilte den Autobetrüger zu einer Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu je 30 Euro. Das muss der Bad Berleburger trotz Privatinsolvenz zahlen. (dts)

Quelle: HNA

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