Viele Besucher

Gaukler und edle Ritter: Mittelalterliches Spektakel in Hemfurth

Beim Mittelalterlichen Spektakel in Hemfurth: Einige Knappen der Wikinger und Ritter. Fotos: Günther

Hemfurth. Gauner, nein Gaukler und viele andere haben beim mittelalterlichen Spektakel am Wochenende ihr Unwesen getrieben. Es gab für jeden Besucher, der bereit war, den Eintritt zu zahlen, viel zu sehen.

Ein Herold (Frank Lehr) stellte alle Darsteller und Künstler auf der Bühne vor und konnte sich einige Versprecher wie am Anfang (Gauner/Gaukler) nicht verkneifen. Dafür musste er später noch einiges einstecken.

Wikinger und edle Ritter, Händler und Handwerker, Wahrsager, Musiker und ein mittelalterliches Lagerleben: Es gab viel zu sehen. So konnte Jung und Alt erleben, wie früher gelebt, gefeiert und gehandelt wurde. Am frühen Nachmittag hatten die Zuschauer Gelegenheit, sich den Unterschied zwischen Hollywood und Realität erklären zu lassen. „Es gab früher kein großes Schwertgeklapper, dafür waren die Waffen zu wertvoll. Bewegung war das A und O im Kampf“, erklärte der Herold. Der Titel „Ritter“ bedeute nichts anderes als Reiter. „Ein Ritter ohne Pferd ist eine arme Sau“, führte der Herold weiter aus.

Durch eine Demonstration zwischen einem schwer bepanzerten Ritter und einem leicht bekleideten Wikinger wurde allen Besucher schnell klar, warum die Ritter im Mittelalter Pferde brauchten. „Es starben mehr Ritter am Hitzetod in ihrer Rüstung, als auf dem Schlachtfeld“, erklärte Frank Lehr. Bei laufenden Rittern hätte es womöglich noch mehr Hitzetote gegeben.

Zum Ende der Vorführung mussten die Wikinger - neben den Rittern auf Pferden - ihrer zweitgrößten Angst ins Auge sehen: Alle Kinder durften die Wikinger überrennen und mal zeigen, wo es lang geht.

Der brennende Knappe: Spektakuläre Szene mit Feuer aus dem Helm.

Die Wikinger waren hoffnungslos unterlegen und lagen schnell am Boden. Zur Freude alle Kinder konnte sie die großen Schilde als Sitzmöglichkeit auf den Wikinger nutzen und hielten diese so in Schach.

Beim Reitturnier zwischen Wikingern und Rittern wurden einige Lanzen verbogen. Auch Knappen mussten mal ihren Kopf hinhalten. „Ihr habt mich betrogen Wiki, ich verlange Genugtuung“, rief ein Ritter (Karlo Grabman) den Wikinger zu. „Ja, okay, ich zünde meinen Knappen an“, rief Wikinger (Holger Hörstkamp) zurück.

Gesagt, getan. Die Zuschauer konnten eine Stichflamme vom Helm des Knappen sehen und waren begeistert.

Der vorlaute Herold befeuerte ständig das Publikum, um zu „klappern“ (klatschen) und zu jubeln. Aber auch er musste sich den Rittern stellen. Nach seinen ständigen Sticheleien wurde er aufgefordert, sich im Ring zu stellen. Ein edler Kinderritter lieh dem Herold sein Schild, damit er sich verteidigen konnte.

Bei gutem Wetter hatten alle Beteiligten ihren Spaß und freuten sich schon auf das nächste Mal. (gc)

Quelle: HNA

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