Battenberg

Gebot der Stunde lautet Kundenbindung

- Battenberg (jos). Die Frankenberger Bank gehört zu deutschlandweit zehn Genossenschaftsbanken, die ein neues Mitglieder-Bonus-Konzept für den Bundesverband zur „Serienreife“ bringen wollen.

Die Mitglieder aus dem Stadtgebiet von Battenberg waren die ersten, denen Vorstandssprecher Ralf Schmitt das Konzept vorgestellt hat – in den nächsten Tagen hat die Frankenberger Bank in etlichen weiteren Orten zu regionalen Mitgliederversammlungen eingeladen. Neben der Präsentation des Bonus-Konzeptes geht es dabei auch un die wirtschaftliche Situation der Bank, die Schmitts Vorstandskollege Dieter Ohlsen darstellt. Kundenbindung lautet das Gebot der Stunde: Beim Tanken gibt es Payback-Punkte, für Flüge Bonusmeilen und selbst an der Kebap-Bude sammeln Kunden Aufkleber oder Stempel für jeden Döner, damit sie dann beispielsweise das elfte Essen kostenlos erhalten. Die Geschäfte eines Schnellimbiss-Betriebes und einer Bank haben zwar auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam – doch die Idee eines Bonus-Konzeptes verfolgt hier und dort das gleiche Ziel: Wer als Kunde besonders viele Geschäfte mit dem Unternehmen macht, soll dafür belohnt werden – und dadurch wiederum an das Unternehmen „gebunden“ werden. Das Bonus-Konzept der Genossenschaftsbanken richtet sich ausschließlich an deren Mitglieder. Dass Kunden bei ihrem Kreditinstitut Mitglied werden können, ist ohnehin schon ein Alleinstellungsmerkmal für die Volks-und Raiffeisenbanken (VR-Banken). „Gerade in Zeiten der Vertrauenskrise ist es für die VR-Banken wichtig, den Mitglieder-Gedanken richtig zu leben“, betonte Ralf Schmitt bei der Versammlung in der Burgberghalle. Bei der Frankenberger Bank haben 31 Prozent der Kunden wenigstens einen Anteil an ihrem Kreditinstitut und sind damit Mitglied. Ein Geschäftsanteil kostet 250 Euro, die Mindesteinlage beträgt 25 Euro. Bislang kann ein Mitglied per Vorstandsbeschluss maximal vier Anteile zeichnen – mit Einführung des neuen Bonsukonzeptes würde diese Beschränkung allerdings wegfallen, erklärte Schmitt. Denn mit dem Bonus-Programm will die Bank nicht nur vorhandene Kunden binden und neue gewinnen, sondern durch den Verkauf weiterer Anteile auch neues Eigenkapital generieren. Bislang hätten die derzeit 8544 Mitglieder der Frankenberger Bank im Schnitt eine jährliche Dividende von rund sechs Prozent bekommen, erklärte Schmitt. Die Dividende wird auf ein separates Konto mit dem Geschäftsanteil gutgeschrieben, ausgezahlt werden kann sie nur durch den Verkauf des Anteils. Mit Einführung des Bonus-Konzeptes plane die Bank, auf die Geschäftsanteil-Konten nur noch einen marktüblichen Zins für rund ein Jahr lang gebundenes Festgeld zu überweisen – derzeit etwa zwei Prozent. Wer als Mitglied darüberhinaus aber rege Geschäftstätigkeiten mit der Frankenberg Bank unterhält, soll über das Bonuns-System zusätzlich jährliche Zahlungen auf sein Girokonto erhalten. Derzeit sei geplant, dass ein Bonuspunkt einem Euro entsprechen soll, erläuterte Schmitt auf FZ-Nachfrage. Wer ein Gehaltskonto bei der Bank hat, soll dafür beispielsweise zwölf Punkte pro Jahr erhalten. Mit Punkten belohnt werden sollen außerdem alle weiteren Produkte der Bank und ihrer Verbundpartner wie etwa Anlagen, Rentenverträge oder Kredite. Pro Geschäftsanteil könnten maximal 40 Punkte eingelöst werden, erläuterte Schmitt. Wer durch seine Geschäftstätigkeiten mit der Bank mehr Punkte erzielt, kann diese durch den Kauf weiterer Anteile einlösen. Unterm Strich sei so eine zweistellige Rendite auf die Einlage aus Anteilen an der Bank möglich, versprach Schmitt. Im Jahr 2008 habe die Bank 256 000 Euro als Dividende an die Mitglieder gezahlt. „Die künftigen Zahlungen werden diese Summe deutlich übersteigen, dafür haben Sie das Wort des Vorstands und des Aufsichtsrats“, rief Schmitt den Mitgliedern zu. Bis Mitte Dezember soll das Bonus-Konzept fertig entwickelt sein, kündigte Schmitt an. Schon im Januar soll es eingeführt werden – später könnten dann alle VR-Banken in Deutschland davon profitieren, was die Frankenberger Bank und neun weitere Genossenschaftsbanken ausgetestet haben. Wie es denn mit Bonuszahlungen an die Vorstände aussehe, auch im Hinblick auf die Übernahme der Battenberger Filiale der VR-Bank Biedenkopf-Gladenbach, wollte ein Besucher von Schmitt wissen. Der stellte klar: Der Vorstand der Frankenberger Bank erhalte keine Bonuszahlungen. Das unterschiede die VR-Banken eben von den Privatbanken, bei denen sich so genannte Manager trotz Missmanagement fette Boni zugesprochen haben. Trotz globaler Finanzkrise habe sich die Frankenberger Bank positiv entwickelt, stellte Ohlsen fest. Das Einlagevolumen der Frankenberger-Bank-Kunden habe sich von 314,9 Millionen Euro im Jahr 2008 auf 322,5 Millionen Euro im September 2009 erhöht, das Kreditvolumen sei von 181 auf 182 Millionen Euro gestiegen. Die Kapitalausstattung der Bank sei gut, es gebe keinen Investitionsstau. Zu Kreditausfallrisiken in Zeiten der Wirtschaftskrise räumte Ohlsen ein: „Ja, die Risiken sehen wir.“ Um den Erfolg der Bank dauerhaft zu sichern, erklärte Ohlsen das Thema Kundenzufriedenheit zur „Königsdisziplin“. Beispielhaft nannte er die Nähe vor Ort, persönliche Beratung und darüberhinaus das Angebot des Online-Bankings als Pfeiler der Frankenberger Bank. Zudem engagiere sich die Bank für Vereine, Ehrenamt, Schulen und Kindergärten – mehr als 50 000 Euro seien dieses Jahr bereits gespendet worden. Nach den Vorträgen der Bank-Vorstände ließen sich die Mitglieder das vorbereitete Essen schmecken und saßen bei Bier und alkoholfeien Getränken noch eine Zeit beisammen. Eingeladen waren auch die Battenberger Mitglieder der VR Bank Biedenkopf-Gladenbach. „Viele der Kunden wechseln zu uns“, sagte Ohlsen der FZ. Denn auch die Berater seien ja von der Frankenberger Bank übernommen worden (wir berichteten). Die geselligen Runden, die sich in der Burgberghalle bildeten, und bereits mehr als tausend Anmeldungen für die insgesamt sechs regionalen Mitgliederversammlungen machen deutlich: Auch Schnitzel und Kartoffelsalat sind als Instrumente der Kundenbindung nicht zu vernachlässigen.Die Termine der weiteren Mitgliederversammlungen: 5. November, Ederberglandhalle Frankenberg; 9. November, Kellerwaldhalle Frankenau; 10. November, DGH Geismar; 11. Novemberg, Bürgerhaus Hatzfeld; 12. November, Gasthaus Thiele in Viermünden. Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr.

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