Frankenberg

Gefängnis, Geldstrafe, gemeinnützige Arbeit

- Frankenberg (mba). Drei Frankenberger wurden wegen gemeinschaftlichem Einbruchdiebstahls vom Amtsgericht verurteilt. Die Männer waren im März auf den Balkon einer Wohnung auf dem Frankenberger Obermarkt eingebrochen und hatten dort abgestellte Elektrogeräte gestohlen.

Gemeinsam waren die drei Frankenberger, zwei 28-Jährige und ein 18-Jähriger, von der Dachterrasse der Wohnung eines der Angeklagten aus in einen darunterliegenden überdachten und umschlossenen Balkon eingestiegen. Die Metallüberdachung des Balkons öffneten sie mit einem Akkuschrauber. Dort entwendeten sie Gegenstände im Wert von ungefähr 150 Euro: drei Lautsprecherboxen, ein Verstärker, eine Stichsäge, ein Deltaschleifer, eine Kreissäge sowie 18 Disketten mit PC-Spielen. Die Einbrecher wurden bei der Tat beobachtete und kurze Zeit später von der Polizei verhaftet. Das Diebesgut wurde sichergestellt. Einer der Angeklagten, ein 28-jähriger Arbeitsloser, war zudem wegen Körperverletzung angeklagt. Die Tat stand aber in keinem Zusammenhang zu dem Einbruch. Er wurde wegen beider Taten zu einer Gesamtstrafe von einem Jahr und drei Monaten Gefängnis verurteilt. Richterin Andrea Hülshorst begründete dies auch mit den zahlreichen einschlägigen Vorstrafen des Mannes. Sein 28-jähriger Mittäter wurde zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen in Höhe von 25 Euro verurteilt. Er hatte keine Vorstrafen und die Richterin stellte ihm eine positive Sozialprognose aus, da er gerade eine Arbeitsstelle gefunden hatte. Der Jüngste der Einbrecher, ebenfalls ohne Vorstrafen, wurde als Heranwachsender unter Jugendstrafrecht verurteilt: Er muss 80 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Die Angeklagten gaben den Einbruch zu, offenbarten vor Gericht aber völlig mangelndes Rechtsbewusstsein: Die Wohnung habe schon länger leer gestanden, erklärte der 18-Jährige, von dessen Terrasse aus sie den Tatort ausgespäht hatten. Der Einbruch sei spontan und ungeplant erfolgt. „Ich habe mir nichts dabei gedacht. Wir haben die Sachen da rausgeholt“, sagte er. Auch einer seiner Mittäter gab sich unbedarft: „Das war eine richtig dumme Aktion. Ich hatte mich für den Verstärker und die Boxen interessiert. Ich dachte, dass es nur Schrott wäre. Für uns sah es aus wie Müll, der zum Entsorgen wäre“, sagte er entschuldigend. Auf die Frage der Richterin, warum die Sachen denn für ihn interessant gewesen seien, wenn es sich offenbar um Schrott gehandelt habe, hatte er keine plausible Antwort. Für den dritten Angeklagten, der auch wegen Körperverletzung angeklagt war, gab dessen Anwalt eine Erklärung ab: Er räumte den Vorwurf des Einbruchs ein, bestritt aber die Körperverletzung. Laut Anklage soll er eine 15-jährige Schülerin während einer Auseinandersetzung beleidigt, gegen eine Wand geschubst und mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben. Das Mädchen machte eine Aussage vor Gericht, die von einer weiteren Zeugin, einer Mitschülerin, bestätigt wurde. Das Gericht schenkte der Aussage der Mädchen Glaube. Der genaue Auslöser der Auseinandersetzung mit der Schülerin, die offenbar über einen längeren Zeitraum ging, konnte vor Gericht nicht geklärt werden. Der Angeklagte wies im Gegensatz zu seinen Mittätern ein langes, einschlägiges Vorstrafenregister auf: Erstmals wegen Diebstahls war er 1999 verurteilt worden, es folgten Urteile wegen Diebstahls, schweren Diebstahls sowie räuberischer Erpressung. Zum jetzigen Tatzeitpunkt stand er unter Führungsaufsicht, weitere Verfahren sind anhängig.

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