Frankenberg

Geistreich und niemals schadenfroh

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- Frankenberg- Schreufa (ik). Von den Hoppenstedts bis Familie Lohse – Loriots Filme, Sketche und Comics haben die humoristische Unterhaltung Deutschlands über Jahrzehnte geprägt. Buchkenner Karl- Heinz Hartmann zum Tode des Künstlers.

Pedantisch, perfektionistisch, pingelig: die preußischen Tugenden von Disziplin, Geradlinigkeit und bürgerlichen Werten tief verinnerlicht – und dennoch der größte deutsche Komiker der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. So beschreibt der Schreufaer Literaturliebhaber Karl-Heinz Hartmann den kürzlich verstorbenen Humoristen und Satiriker Loriot.

In Hartmanns Bücherregalen steht Goethe Seite an Seite mit Schiller, Brecht und Fontane. Die besondere Leidenschaft des pensionierten Lehrers und ehemaligen Leiters der Friedrich-Trost Schule in Frankenberg gehört jedoch dem Thema Humor in der Literatur. Als tiefer Verehrer von Wilhelm Busch hat er selbst einige kleinere Bücher über den Max-und-Moritz-Autor herausgebracht. Genau diese Passion ist es auch, die ihn mit Vicco von Bülow, besser bekannt als Loriot, verbindet, der selbst Ehrenmitglied der Wilhelm-Busch-Gesellschaft war.

Die gemeinsame Leidenschaft für Busch ermöglichte einen kurzen Briefkontakt: Loriot bedankte sich mit einer Karte und persönlicher Notiz bei Hartmann, der ihm im Jahr 2008 zum 85. Geburtstag einen langen Brief und ein Exemplar seines neuesten Wilhelm-Busch-Buches zugeschickt hatte. Wenn auch kurz, so zeige diese handschriftliche und individuelle Antwort die ganze Menschlichkeit des bedeutenden Satirikers, freut sich Hartmann. Neben diesen Briefen verwahrt Hartmann in seiner Loriot-Abteilung weitere Bücher mit Zeichnungen, Videokassetten mit Sketchen und Filmen und andere Projekte des Multitalents.

„Mit Vicco von Bülow“, so Hartmann, „verliert Deutschland einen unersetzbaren Humoristen.“ Einen Lacher nach dem anderen bringen – das könne jeder. Loriots Humor jedoch sei hintergründiger und teilweise schwerer zu fassen. Denn als scharfer Beobachter habe er die Welt um sich herum analysiert und der Gesellschaft dann mit einem Augenzwinkern und etwas überspitzt einen Spiegel vorgehalten.

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