Frankenberg: Grünkohlessen des Lions-Clubs in der Rathausschirn

Geistreiches, Humorvolles und Deftiges

+

- Frankenberg (jos). Geistreiche, humorvolle und deftige Bemerkungen hatte sich der Lions-Club bei seinem neunten Grünkohlessen gewünscht. Gastredner Hermann Alves kam dem nach, indem er Wilhelm Busch rezitierte. Die Besucher in der voll besetzten Rathausschirn waren begeistert.

Ebenso charmant wie humorvoll war bereits die Begrüßung, die Lions-Präsident Rainer Walenzik übernahm. Er zollte den rund 140 Besuchern Respekt dafür, dass sie trotz der eisigen Temperaturen ins historische Rathaus gekommen sind. „Das ist wahrlich keine Angelegenheit für Waschlappen“, sagte Walenzik und versprach augenzwinkernd: „Wenn es darauf ankommt, wird der Lions-Club für genügend heiße Luft sorgen. Das können wir, dafür sind wir bekannt.“

Das Grünkohlessen der Lions stehe für eine „neue Deftigkeit“, erklärte der Club-Präsident. Dementsprechend kamen viele der Gäste auch eher leger und den Temperaturen angepasst funktional gekleidet. So trugen etliche Herren wie unter anderem Ex-Bürgermeister Christian Engelhardt blaue Jeans statt Anzughosen. Ebenfalls zu bemerken der Trend, statt Krawatte einen modischen Schal zu tragen – beispielsweise zu beobachten beim Ersten Stadtrat Willi Naumann, dem Frankenberger Rathauschef auf Zeit.

Weitere namentlich begrüßte Ehrengäste des Abends waren vier der fünf Bürgermeisterkandidaten. Nur Bernd Bluttner fehlte, er hatte sich aufgrund eines Trauerfalls in der Familie abgemeldet. Außerdem auf Walenziks Begrüßungsliste aufgeführt waren die CDU-Landtagsabgeordnete Claudia Ravensburg, Kommandeur Elmar Henschen sowie Vertreter befreundeter Service-Clubs aus Frankenberg sowie aus den Nachbarstädten. Abordnungen entsandt hatten die Rotarier aus Frankenberg und der Kiwanis Club Ederbergland sowie die Lions-Clubs Korbach/Bad Arolsen, Schwalm-Eder und Biedenkopf.

In großen Wärmebehältern brachten Mitarbeiter des DRK-Kreisverbandes das Essen schon während Naumanns Grußwort in die Rathausschirn. Alles lief wie am Schnürchen. Das Grußwort war gerade beendet und innerhalb von wenigen Minuten hatten alle Gäste einen Teller mit Grünkohl, Salzkartoffeln und zwei Würsten vor sich auf dem Tisch – serviert von Mitgliedern des Lions-Clubs, die den ganzen Abend über derart aufmerksam und schnell waren, dass der Service an den Tischen besser war als in manch einem professionellen Gastronomiebetrieb. Nach dem Essen reichten die Kellner je nach Geschmack und Laune der Gäste Schnaps oder Kaffee. Danach gab es leicht verdauliche und doch anspruchsvolle Vokalmusik: Das Gesangsquintett „Da Capo“ zeigte begleitet von Pianist Kai Schöneweiß einen Ausschnitt seines Könnens. Mit Titeln wie „Veronika, der Lenz ist da“, „Wochenend‘ und Sonnenschein“ oder „Ich wollt ich wär ein Huhn“ sang sich das Ensemble um seine Leiterin Johanna Tripp schnell in die Herzen seiner Zuhörer und wurde nicht ohne Zugabe entlassen.

Es folgte die Festrede, die sich rund um Wilhelm Busch drehen sollte. Referent Hermann Alves, Dekan im Ruhestand aus Bad Ems, ist mit Wilhelm Busch und seinem dichterischen Werk seit Jugendtagen vertraut. In Bad Münder bei Hannover wurde Alves durch Wilhelm Buschs Großneffen, Pastor Martin Nöldeke, konfirmiert. Alves bewies sich gleich als lebhafter Rezitator und stieg mit einem längeren Werk Buschs ein. Dabei schlenderte der Referent wie auch später während seines gesamten Vortrags durch die Reihen und versäumte es nicht, den ein oder anderen Gast direkt anzusprechen. Mit seiner tiefen Stimme und dem norddeutschen Akzent gewann Alves schnell die Sympathien der Gäste. Inhaltlich ging er ebenso auf Wilhelm Buschs wie auch auf seine eigene Biografie ein.

Mehr lesen Sie in der FZ-Montagsausgabe.

Kommentare