Gericht geht von minderschwerem Fall aus

Geldstrafe für Sex mit 13-Jähriger

Marburg. Ein 20-jähriger aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf hat vor dem Marburger Amtsgericht gestanden, im Februar dieses Jahres in seinem Auto bei Kleingladenbach einvernehmlichen Geschlechtsverkehr mit einer 13-Jährigen gehabt zu haben.

Trotz des erwiesenen schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes kam er mit einer Geldbuße in Höhe von 1000 Euro glimpflich davon. Bei der Tat handele es sich zwar um ein Verbrechen, für das es bei Erwachsenen erhebliche Freiheitsstrafen gebe, bei der Strafzumessung müssten aber die Tatumstände Berücksichtigung finden, begründete Richter Thomas Rohner das Urteil.

Das Mädchen habe zwei Wochen später ihren 14. Geburtstag gefeiert. Ab diesem Zeitpunkt sieht das Gesetz nur noch die Strafverfolgung von erwachsenen Personen über 21 Jahren vor, der Angeklagte war mit 19 Jahren jedoch noch Heranwachsender. Deshalb gehe das Gericht von einem minderschweren Fall aus. Durch das Geständnis blieb es dem inzwischen 14-jährigen Mädchen erspart, vor Gericht auszusagen.

Dass der Geschlechtsverkehr einvernehmlich war, sei unbestritten, waren sich die Verfahrensbeteiligten einig. Laut Auskunft der Staatsanwaltschaft kam die Anzeige auch nicht von dem Mädchen.

Das Jugendschöffengericht folgte mit seinem Urteil den Anträgen von Staatsanwaltschaft und Verteidigung, die in diesem Fall die Anwendung von Jugendstrafrecht empfohlen hatten. Der Täter habe jugendtypisch gehandelt, betonte die Staatsanwältin. Zwar habe er vom Alter des Mädchens gewusst, und es handele sich strafrechtlich um schweren Missbrauch, eine Jugendstrafe sei jedoch nicht schuld- und tatangemessen.

Der Angeklagte muss das Geld an den Deutschen Kinderschutzbund überweisen. Das Urteil ist rechtskräftig, (kse)

Quelle: HNA

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