Geldstrafe: Mann beschädigte alkoholisiert Auto und beschuldigte andere

Frankenberg. Wegen fahrlässiger Trunkenheit am Steuer und Vortäuschens einer Straftat ist ein 20-jähriger Mann aus dem Frankenberger Land zu einer Geldstrafe in Höhe von 2500 Euro verurteilt worden. Den Führerschein muss er für acht Monate abgeben.

Laut Anklage war der Mann im März unter Alkoholeinfluss gefahren und hatte sein Fahrzeug selbst beschädigt. Er habe jedoch versucht, diesen Schaden einem anderen in die Schuhe zu schieben.

Nach der Alkoholfahrt rief der Mann in derselben Nacht bei der Polizei an. Ein Beamter schilderte im Gerichtssaal, was gesagt wurde: „Der Mann sagte, dass er sein Auto vor einigen Stunden gegenüber der Garage seiner Mutter an der Straße abgestellt habe. Dann sei er noch etwas Trinken gegangen. Als er zurückgekommen sei, habe er sein Auto verkratzt vorgefunden.“

Die Beamten seien zum Ort des Geschehens gefahren und hätten das Auto in der Garage vorgefunden und nicht dort, wo es angeblich beschädigt worden sei. Sie hätten festgestellt, dass der Motor noch warm gewesen sei.

Den 20-Jährigen hätten sie stark alkoholisiert angetroffen. In seinem Blut sei noch am Morgen ein Blutalkohol von 1,3 Promille nachgewiesen worden. Der Beamte berichtete weiter, dass die Polizei zwar auf Basis der Anzeige des Angeklagten ermittelt hätte. Man habe aber keinen Ansatz für eine mögliche Straftat, wie sie der Angeklagte angegeben hatte, feststellen können. Auch habe sich niemand freiwillig bei der Polizei gemeldet, der den Schaden möglicherweise verursacht hatte. Daher habe alles dafür gesprochen, dass der Angeklagte selbst der Täter gewesen sei.

Die Staatsanwältin empfahl dem Angeklagten, zu gestehen und nannte das Vortäuschen der Straftat eine „Schnaps-Idee“. Er sei schließlich, obwohl er betrunken gefahren sei, nicht erwischt worden. Dennoch habe er die Polizei gerufen und sie auf die Tat aufmerksam gemacht.

Der Verteidiger sagte, dass sich sein Mandant mit der Tat keine Versicherungsleistungen habe erschleichen wollen. Die Anzeige habe er zurückgezogen. Seinen Führerschein benötige er beruflich, zur Versorgung seiner Schafe müsse er einen Schlepper bewegen.

Der Angeklagte gestand, betrunken Auto gefahren zu sein. Zur Entstehung des Schadens am Auto äußerte er sich nicht. (sur)

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Quelle: HNA

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