Frankenberg

Geldstrafe nach Schlägerei

- Frankenberg (da). Als „Schwuchtel“ und Hurensohn“ soll ein 21-Jähriger aus Haina einen Abiturienten aus Vöhl in einer Frankenberger Discothek bezeichnet haben. Er soll dem Opfer zudem einen Faustschlag ins Gesicht versetzt haben. Am Montag musste er sich vor dem Amtsgericht verantworten.

Der Angeklagte hatte an die Vorfälle im November keine rechte Erinnerung – er hatte zuvor Bier, Schnaps und Whiskey getrunken. „Ich war ziemlich voll“, sagte er vor dem Frankenberger Amtsgericht. Der Abiturient war auf dem Weg zur Theke, als der Angeklagte ihn festhielt und beschuldigte, seinen Kumpel angerempelt zu haben. Als der Vöhler weiter gehen wollte, zog ihn der Hainaer am Hals zurück und schlug mit der Faust zu. Das Opfer und sein Peiniger fielen dabei gegen Tische. Dabei wehrte sich das Opfer und schlug mit einer Flasche zurück.

Während der Täter von einem Angestellten der Disco zurückgezogen wurde, attackierte ein weiterer junger Mann den am Boden liegenden. Auch er ist angeklagt, in zwei Wochen findet die Verhandlung statt. Der Student aus einem Hainaer Ortsteil war als Zeuge geladen, sagte aber nicht aus, um sich nicht selbst zu belasten. Eine gemeinschaftliche Tat lag aber nicht vor – sonst hätte der Tatbestand der schweren Körperverletzung vorgelegen. Weitere Zeugen, die während des Vorfalls in die Diskothek arbeiteten, bestätigten aber im Wesentlichen die Version des Opfers.

Der Abiturient erlitt Prellungen im Gesicht und eine Wunde am Knie. Der Abiturient wurde eine Woche krankgeschrieben. Der Hainaer zahlte bereits freiwillig ein Schmerzensgeld in Höhe von 500 Euro an sein Opfer und gestand damit seine Schuld ein.

Richterin Andrea Hülshorst folgte dem Vorschlag der Jugendgerichtshilfe, Jugendstrafrecht anzuwenden. Während die Staatsanwaltschaft 80 Arbeitsstunden gefordert hatte, verhängte Hülshorst die Zahlung von 350 Euro an die Frankenberger Tafel. Diese Strafe kann in Arbeitsstunden umgewandelt werden, falls der arbeitslose Angeklagte das Geld nicht aufbringen kann.

Der Mann muss außerdem mindestens dreimal die Sucht- und Drogenberatung aufsuchen. Eine verminderte Schuldfähigkeit wegen des Alkoholkonsums könne nicht ausgeschlossen werden, sagte die Richterin.

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