29-Jähriger zeigte Schülerin Geschlechtsteil

Geldstrafe für Nacktfoto auf Handy

Frankenberg. Zu einer Geldstrafe - 30 Tagessätze zu je fünf Euro - ist am Montag ein Mann vom Amtsgericht Frankenberg verurteilt worden. Richterin Andrea Hülshorst sah es als erwiesen, dass der Mann im Oktober 2012 einer damals 14-Jährigen ein Handyfoto seines Geschlechtsteils gezeigt hat.

Das Handy will der Mann damals gefunden haben.

An die Tat könne er sich nicht erinnern, ließ der 29-Jährige Asylsuchende über seinen Dolmetscher verlauten. Der Mann habe erhebliche Gedächtnisprobleme, seit er im Jahr 2008 einen Schlaganfall erlitten habe. Diesen Umstand sowie die Tatsache, dass die heute 15 Jahre alte Schülerin kein Trauma davongetragen habe, wertete die Richterin mildernd bei der Urteilsverkündung. „Lassen Sie ihr Handy am besten in der Tasche, wenn Sie das nächste Mal im Zug sitzen“, gab Andrea Hülshorst dem Mann noch mit auf den Weg.

Was war geschehen? Die Schülerin schilderte, wie sie der kaum Deutsch sprechende Mann am Bahnhof Burgwald zunächst angesprochen habe. Im Regionalzug in Richtung Frankenberg habe er sich dann neben sie gesetzt und ihr ein Handyfoto seines Geschlechtsteils gezeigt. „Sie hätten auch aufstehen und gehen können“, befand Richterin Hülshorst, die sich der Schilderung der Zeugin allerdings anschloss.

Denn, so Hülshorst, der Angeklagte habe den Vorwurf der Verbreitung pornographischer Schriften nicht abgestritten. Ferner glaubte sie der Geschädigten, die den Mann, der erst 2010 nach Deutschland gekommen war, wiedererkannt hatte. Dieser habe im Gerichtssaal sogar denselben Rucksack wie zur Tatzeit getragen. (hof)

Quelle: HNA

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