In der Ederaue graben, jäten und ernten Hobby-Gärtner in ihrem Reich

Geliebter grüner Garten

Mit der frischen Ernte: Viktor und Irene Neister verbringen ihre freie Zeit gerne in ihrem Kleingarten in Allendorf-Eder.

Allendorf-Eder. Einige vertrocknete Blüten sammelt Heidemarie Meyer noch zusammen, putzt sich die Hände ab und schaut sich zufrieden in ihrem Garten in der Kleingartenanlage um. „Es gibt immer etwas zu tun“, sagt sie. Ihr kleines grünes Domizil liegt in der Anlage des Kleingärtnervereins (KGV) Allendorf-Eder, in der Ederaue zwischen Rennertehausen und Battenfeld.

Hier baut sie Gemüse an, kümmert sich um ihre Obstbäume und pflegt die Beerensträucher. Prachtvoll blühen die Sonnenblumen und Dahlien zwischen grünen Hecken und Stauden. „Meine Lieblingsblume ist die Dahlie, gleich danach kommt die Rose“, erzählt die 54-Jährige.

Sehr wichtig sei ihr aber, dass sie sich mit den Früchten ihres Gartens nahezu selbst verpflegen kann: Salate, Radieschen, rote Beete, Gurken, Tomaten, Kartoffeln sind nur einige Beispiele. „Gärtnern ist nicht nur mein Hobby, sondern meine Leidenschaft“, sagt die Allendorferin. „Deshalb bin ich vom Frühjahr bis zum Herbst fast jeden Tag hier“ – und das seit etwa elf Jahren. Abgeben werde sie den Garten so schnell nicht: „Erst wenn ich alt bin und die Gartenarbeit nicht mehr schaffe.“

Heidemarie Meyer liebt ihren Garten und die Arbeit im Verein. Denn sie ist auch Vorsitzende des KGV. „Wir haben hier eine gute Gemeinschaft. wir helfen einander und treffen uns gern zum Plaudern.“ Wichtig sei ihr, dass mehr junge Familien dem Verein beitreten. „Mit der eigenen Ernte kann man den Kindern wirkliches Bioessen geben, nicht die teuren Sachen aus dem Supermarkt“, wirbt Meyer.

Das eigene Obst und Gemüse zu ernten, war auch für das Ehepaar Neister ein Grund, vor drei Jahren einen Garten in der Kleingartenanlage zu pachten. Gerade haben sie Knoblauch geerntet, auch einige Gurken im Gewächshaus brauchen nicht mehr lange bis zur Reife.

„Für uns ist die Gartenzeit wie Urlaub.“

Irene Neister

Nicht ohne Stolz erzählt Viktor Neister, wie er die Laube und die Veranda renoviert hat. Mit einer Solaranlage auf dem Dach wird das Haus sogar mit Strom versorgt.

Einen Wermutstropfen gebe es allerdings: Die Kleingartenanlage ist wegen der Lage im Landschaftsschutzgebiet nicht am Wasser- und Abwassersystem angeschlossen. Zum Gießen wird das aufgefangene Regenwasser genutzt oder Trinkwasser von zuhause mitgebracht. Aber bei solch heißen Temperaturen wie in den vergangenen Wochen werde die Gartenpflege schwierig, sagt Viktor Neister. Trotzdem wollen die beiden ihren Garten nicht mehr missen. „Für uns ist die Gartenzeit wie Urlaub“, betont Irene Neister.

Von Susanne Weidner

Quelle: HNA

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