Frankenberg

Gelöbnis auf dem Obermarkt

- Frankenberg (da). Aus den Bundeswehr-Standorten Rotenburg an der Fulda, Neustadt und Frankenberg kamen am Donnerstag junge Soldaten auf den Obermarkt, um im Herzen der Altstadt ihrem Land die Treue zu geloben.

Zahlreiche Eltern, Lebenspartner, Freunde und viele Frankenberger verfolgten das feierliche Zeremoniell auf dem Obermarkt – nach Polizeiangaben waren es rund 2000 Menschen. Umgeben von Fachwerkhäusern und in Sichtweite der Liebfrauenkirche legten die Rekruten das Gelöbnis ab – eine beeindruckende Kulisse, vor allem im Vergleich zu den sonst bei Gelöbnissen üblichen Sportplätzen.

Die Gelöbnisrede hielt Bürgermeister Christian Engelhardt. „Die Bundeswehr sichert unseren Frieden“, sagte er. „Sie ist der Garant dafür, dass wir in der Bundesrepublik Deutschland nach unseren eigenen Vorstellungen leben können. Zu dieser Aufgabe leistet jeder Soldat einen persönlichen Beitrag.

Verteidigung ist Sache des ganzen Volkes!“ Der Bürgermeister sprach sich für die Beibehaltung der Wehrpflicht aus, die „auch zukünftig wichtig für unsere Gesellschaft ist“. Die Mischung aus Berufs- und Zeitsoldaten sowie aus Grundwehrdienstleistenden habe sich bewährt. „Die Bundeswehr ist dadurch fest in der Gesellschaft verankert.“Der Standort Frankenberg sei dafür ein herausragendes Beispiel, betonte Engelhardt. „Soldaten haben sich vorbildlich in unsere Region integriert, leben und engagieren sich hier und viele von Ihnen bleiben auch nach ihrer aktiven Dienstzeit in Frankenberg wohnen.“

Die Rekruten leisteten ihren Dienst in „einer Zeit besonderer Umstände“, betonte Engelhardt. Denn die Bundeswehr trete auch in gefährlichen Auslandseinsätzen weltweit für Recht, Freiheit und demokratische Werte ein. Der Frankenberger Verwaltungschef ging auch auf den 7. Juni 2003 ein, als Frankenberger Soldaten in einen Anschlag in Kabul verwickelt wurden.

Bundeswehr und NATO hätten den „Weg zum Frieden in Europa“ ermöglicht. „Und wenn wir jetzt unseren Blick ganz aktuell auf die Situation in Afghanistan richten, dann sehen wir, dass die deutschen Soldaten zusammen mit ihren Kameraden dort Stabilität schaffen sollen.“ Engelhardt sprach sich deshalb gegen einen Rückzug aus. „Das wäre eine Ermutigung für die islamischen Fundamentalisten und für weitere Attentäter.“ Auslandseinsätze der Bundeswehr seien nicht in Frage zu stellen. „Aber wichtig ist dabei vor allem eines: Wir schulden den Menschen, die sich für unseren Staat in gefährliche Einsätze begeben die bestmögliche Ausbildung, die bestmögliche Ausrüstung und die bestmögliche Unterstützung.“

Auch Kommandeur Thomas Mauer betonte die Wichtigkeit der Wehrplicht. Nur durch die Wehrpflicht bleibt „Bürgernähe“ erhalten und die Bundeswehr ein wahrnehmbarer Teil unserer Gesellschaft. Zwar würden Grundwehrdienstleistende nicht an Einsätzen im Ausland teilnehmen.

Jeder Auslandseinsatz sei aber nur realisierbar durch den unverzichtbaren Beitrag von Grundwehrdienstleistenden im Inland. Die Gäste dokumentierten durch ihre Teilnahme an der Feier „ihre positive Einstellung zum Auftrag der Bundeswehr, zur Wehrpflicht und zur Werteordnung unserer Gesellschaft“, erklärte Mauer.

Musikalisch umrahmt wurde die Gelöbnisfeier vom Heeresmusikkorps 2 aus Kassel, das zuvor bereits ein Platzkonzert auf dem Obermarkt gegeben hatte.

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