Frankenberg

„Gelungen, die Menschen satt zu machen“

- Frankenberg (sr). „Süße Früchtchen“ und eine „Milchkuhherde“ standen am Samstag auf der Bühne der Ederberglandhalle. Das 20. Fest der Landwirtschaft bot ein kurzweiliges vierstündiges Programm für fast 300 Gäste.

Nach dem klassischen Bändertanz der Geismarer Landjugend zum Auftakt erinnerte Kreislandwirt Fritz Schäfer an die Tradition der Landwirtschaftsfeste. Seit 1990 hätten die Landwirte und viele Gäste unvergessene Stunden in der Ederberglandhalle erlebt. Er hob den Gemeinschaftssinn der landwirtschaftlichen Organisationen hervor. Zum ersten Fest, das wenige Tage nach der Grenzöffnung stattfand, kamen damals Gäste einer Agrargenossenschaft in Thüringen. Schäfer dankte vielen Helfern, allen voran den Landfrauen für die Saaldekoration. Unter den Gästen begrüßte er auch den Gemündener Bürgermeister Frank Gleim sowie Vertreter der Kreistagsfraktionen. Der Leiter des Fachdienstes Landwirtschaft beim Landkreis, Axel Friese, forderte die Landwirte mit dem Gedicht „Kann mich nicht beklagen“ zu einem Stück Optimismus in der schwierigen finanziellen Lage auf. „Uns ist es wieder gelungen, die Menschen in Europa satt zu machen“, sagte Kreisbauernverbandsvorsitzender Heinrich Heidel und stellte die Leistung der Landwirtschaft heraus. Er forderte ein Umfeld der Chancengleichheit und appellierte an die Verbraucher, „anständige Preise“ zu bezahlen. Der Vizepräsident des Hessischen Landtages zeichnete sieben Junglandwirte nach bestandener Abschlussprüfung aus (wir berichteten in der gestrigen Ausgabe). Lebendig, heiter und kurzweilig war anschließend das Bühnenprogramm. Erster Höhepunkt war der Auftritt der Jazztanzdamen des TSV Vöhl. Von Moderator Matthias Eckel scherzhaft als „Heidels Kampftruppe“ bezeichnet, sorgten sieben Frauen mit dem bekannten Titel „Moskau“ für viel Heiterkeit und Schwung. Die Bezirkslandfrauen präsentierten eine Reihe „Süßer Früchtchen“ – von der Apfelsine bis zur Weintraube. In aufwendigen Kuhkostümen begeisterte die Grufti-Garde der Burgwaldnarren. Die tänzerische und schauspielerisch perfekte Show wurde mit einer Melk- und einer Stierkampfeinlage bereichert. Die Holsteinzüchter aus dem Frankenberger Land suchten in einem Sketch nach dem richtigen Bullen für die Kuh „Uschi“. So mancher Landwirt und Funktionär fand sich in der Bodo-Bach-Show mit Klaus Lerch wieder. Für viel Gelächter im Saal sorgte „’s Anna“ alias Klaus-Peter Fett aus Wollmar. In oberhessischer Tracht und Mundart schilderte der Komiker seinen Weg zum Kuraufenthalt in Bad Wildungen. Danach moderierte er den Auftritt des Bäuerinnen-Stammtischs. 13 Frauen präsentierten Nachthemden, Bademoden und Ausgehkleidung unter dem Titel „Die Landfrau im Wandel der Zeit“. Krönender Abschluss war ein Tanz zum bekannten Schäferlied. Bei der Tombola nach Mitternacht gab’s von der Weihnachtsgans bis zum Trampeltrecker viele interessante Preise. Über den Hauptgewinn, ein Hotelwochenende in Friedewald einschließlich Betriebshelfer für den eigenen Hof, freute sich Herbert Arnold aus Hommershausen.

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