Erst in den Supermarkt, dann zur Kirche

Gemeinden planen gemeinsames Büro in Battenfeld

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Vikarin Annette Beck, Pfarrerin Eleonore Merkel, Martin Melzer von der Diakoniestation und Pfarrer Stefan Peter mit den Plänen des Gemeindebüros im Battenfelder Einkaufszentrum.Foto: Mark Adel

Allendorf-Battenfeld - Näher an den Menschen sein: Das ist ein Ziel, das die Kirchengemeinden im Norden des Dekanats Biedenkopf verfolgen. nach der Eröffnung in drei Monaten wollen sie den Menschen eine zentrale Anlaufstelle bieten. Die Pfarrbüros in den Gemeinden bleiben bestehen.

In dem Büro in der Ringstraße, direkt neben dem Lidl-Markt, sollen künftig die Sekretärinnen verschiedene Verwaltungsaufgaben wahrnehmen, um die einzelnen Pfarrbüros der Gemeinden zu entlasten. Sie sind auch Ansprechpartner für Gemeindeglieder, etwa wenn es um die Ausstellung kirchlicher Dokumente, die Ausgabe von Kleidersäcken oder den Verkauf von Gesangbüchern geht.

Diese Nähe ist ein Anliegen der Gemeinden, deren Pfarrer schon Mitte der 90er-Jahre erste Ideen für ein gemeinsames Büro hatten. Das Dekanat Biedenkopf hatte am Modellprojekt „Kirche in der Region“ teilgenommen. Dort war der Plan weiterentwickelt worden. „Wir arbeiten im Oberen Edertal traditionell eng und gut zusammen“, sagt der Laisaer Pfarrer Stefan Peter. Gemeinsam mit seiner Dodenauer Kollegin Eleonore Merkel sowie mit Vikarin Annette Beck plant er Aufbau und Organisation des Gemeindebüros.

Zumindest teilweise sollen die Aufgaben der Pfarrbüros gebündelt werden. Ziel sei, den Sekretärinnen die Arbeit zu erleichtern, die oft nur wenige Stunden pro Woche Dienst haben. Aufgaben wie das Rechnungswesen laufen über ein internes Netz und erfordern zum Teil besondere Fachkenntnisse - das könne gut zentral erledigt werden, sagte Peter.

„Ein weiterer Gedanke ist, an einem zentralen Ort Präsenz zu zeigen“, erklärt Stefan Peter. Deshalb habe man sich für die Lage im Einkaufszentrum entschieden, in der Nähe von Geschäften mit Sportartikeln, Computern und Lebensmitteln. In der Landeskirche sei das ein bislang einmaliges Projekt.

Sie unterstützt die Pläne der Gemeinden und finanziert drei Jahre lang die halbe Stelle einer Sekretärin. Danach, so hoffen Merkel und Peter, ist das Büro etabliert und zur festen und anerkannten Einrichtung im oberen Edertal geworden. Bislang sind acht von zehn Gemeinden beteiligt, Battenberg und Hatzfeld fehlen noch.

In den Räumen bekommt auch die Diakoniestation im Oberen Edertal ein neues Domizil, die sich bislang in Allendorf befand. „Damit haben wir alles vor Ort“, sagt Peter, der hofft, dass das neue Pfarrbüro zur Begegnungsstätte wird. Neben Büroräumen ist ein Zimmer für Sitzungen vorgesehen. Auch ein Büchertisch wird eingerichtet.

Die Pfarrer rechnen damit, dass die Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden immer mehr an Bedeutung gewinnt. Infolge der sinkenden Gemeindegliederzahlen werden in den nächsten Jahren einige Pfarrstellen neu bemessen, konkrete Pläne gibt es bislang nicht. „Es wird aber notwendig werden zu kooperieren“, sagt Stefan Peter.

Noch sind die Renovierungsarbeiten in dem Geschäft noch nicht beendet, doch schon am 24. März zieht die Diakoniestation um. Merkel und Peter rechnen, dass bis zur Eröffnung des Gemeindebüros noch etwa drei Monate vergehen. „Wir müssen unter anderem noch die Sekretärinnenstelle ausschreiben und Möbel bestellen“, sagt Stefan Peter. „Nach einem Namen suchen wir aber noch“, verraten die Pfarrer. Auch die Öffnungszeiten stehen bislang noch nicht endgültig fest. (da)

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