Hausanschlüsse werden bis 2025 untersucht – Abrechnung soll über Gebühren laufen

Gemeinsam ist’s günstiger

An der Kanalbaustelle Marburger Straße in Battenberg: Die Bürgermeister (von links) Uwe Ermisch (Hatzfeld), Claus Junghenn (Allendorf), Heinfried Horsel (Battenberg) und Karl-Friedrich Frese (Bromskirchen). Foto: Hoffmeister

Oberes Edertal. Da kommt was auf uns zu: Nach der Eigenkontrollverordnung des Landes Hessen müssen Hausbesitzer die Zuleitungskanäle vom Gebäude bis zum Hauptkanal bis zum Jahr 2025 auf Dichtigkeit überprüfen lassen.

Viele Kommunen warnen bereits vor „Fachfirmen“, die von Haus zu Haus ziehen, um ihre zumeist überteuerten Dienste anzubieten. Die vier Kommunen aus dem oberen Edertal Allendorf, Battenberg, Hatzfeld und Bromskirchen haben einen eigenen Weg gefunden, um den neuen Anforderungen zu genügen: Der kommunale Dienstleistungsverbund soll die Sache in die Hand nehmen und sowohl die Kamerabefahrungen der Kanäle als auch die Überwachung und Dokumentation gemeinsam ausschreiben.

Verwaltungsaufwand senken

Dieses Verfahren soll einen großen Verwaltungsaufwand verhindern und die Kosten für jeden betroffenen Hauseigentümer erheblich senken.

Bromskirchens Verwaltungschef Karl-Friedrich Frese hat die Federführung übernommen. „Bei 36 Kilometern öffentlichen Kanälen, 850 Hausanschlüssen und 90 000 Kubikmetern Frischwasser ergeben sich Mehrkosten für 94 Cent pro Kubikmeter“, hat Frese für die Gemeinde Bromskirchen ausgerechnet. Der Bürgermeister hat pro Grundstück einen Betrag von 800 Euro kalkuliert. Möglicherweise komme man auch mit etwas weniger als 94 Cent Erhöhung pro Kubikmeter aus, sagte Uwe Ermisch (Hatzfeld).

Über Gebührenerhöhungen müssen ohnehin die jeweiligen Stadt- und Gemeindeparlamente entscheiden. Klar ist nur, dass es deutlich günstiger wird, wenn man das Thema gemeinsam angeht.

Geklärt hat Karl-Friedrich Frese die rechtliche Zulässigkeit dieses Kontrollverfahrens („das gibt die Verordnung her“). Ziel der vier Bürgermeister ist es, in den nächsten 13 Jahren alle Hausanschlüsse in Allendorf, Battenberg, Hatzfeld und Bromskirchen mindestens einmal zu untersuchen. „Nicht unter diese Regelung fallen Hausanschlüsse, die nach dem 1. Januar 1996 hergestellt wurden“, ergänzte Claus Junghenn. Im nächsten Schritt sind die vier Parlamente gefragt, ihr jeweiliges Ortsrecht auf das Kontrollverfahren umzustellen. Das soll laut Frese noch in diesem Jahr erfolgen. Danach soll die Auftragsvergabe an ein Ingenieurbüro öffentlich ausgeschrieben werden.

Überprüft werden müssen die Hausanschlüsse nach der Verordnung alle 30 Jahre.

Von Thomas Hoffmeister

Quelle: HNA

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