Stadtumbau Frankenberg

Gemeinsame Ideen für lebenswertere Stadt

+
Nicht Teil der „Aktiven Kernbereiche“ und gewissermaßen doch Startschuss: Die Bauarbeiten für die Ederöffnung beginnen am Freitag. Schon jetzt wird die Baustelle eingerichtet.

Frankenberg - Die "Aktiven Kernbereiche" sind seit Monaten Thema in der Stadt - jetzt nehmen sie Form an: Mit Verwaltung, Planern, heimischen Experten und den Bürgern soll ein Fahrplan für Frankenbergs Zukunft bis 2024 gezeichnet werden.

Frankenberg. „Aktive Kernbereiche“ - das ist doch wieder nur irgend so ein Förderprogramm, mit dem Geld nach Frankenberg gepumpt wird, mit dem dann irgendwas gebaut wird, das nur die Stadtverordneten im Detail kennen - oder? Nein. Das Förderprogramm des Hessischen Umweltministeriums ist erfolgreich darin, die Bürger einzubinden - etwa in Fritzlar oder in Bad Wildungen, wo unter anderem das Stadtscharnier geschaffen wurde. In Frankenberg zielte es in den vergangenen Monaten vornehmlich darauf ab, eine vorausgreifende Zusage für die Förderung der Fußgängerzonensanierung zu erhalten. Die liegt jetzt vor. Und so sollen ab sofort auch die Bürger in die Planung der Zukunft ihrer Altstadt und alten Neustadt eingebunden werden.

Den Beginn der Arbeiten - wenn auch als eigenständiges Projekt gar nicht Teil der „Aktiven Kernbereiche“ - markiert am Freitag der Spatenstich für die Ederöffnung: In drei Bauabschnitten soll der Fluss an die Stadt geholt werden - inklusive Verschwenkung der Uferstraße, Bau eines Fahrradparkplatzes für alle Radfernwege und der großen Wasserfläche zwischen Illerplatz und Eder. Beginn ist an der Uferstraße - „bis Ende der Sommerferien sind dort alle Arbeiten abgeschlossen“, sagt Bauamtsleiter Karsten Dittmar. Dann geht es an den Illerplatz - und von dort aus beginnt mit der Erneuerung der Fußgängerzone auch die Arbeit innerhalb des Förderprogramms „Aktive Kernbereiche“.

Programm für die gesamte Alt- und Neustadt

„Das Programm trifft die gesamte Alt- und Neustadt“, sagt Bürgermeister Rüdiger Heß und erwähnt gerne wieder das von Sepp Waller skizzierte „Grüne Band“ vom Obermarkt zum Bahnhof - wobei Bahnhof und Bahnhofstraße bereits abgeschlossen sind. Im Kern geht es also um die Fußgängerzone, die nach oben strebenden Straßen Neue Gasse, Steinweg und Schmiedegasse sowie die verschiedenen „Märkte“ und angrenzende Flächen. „Aber das Gebiet wird sich im Laufe des Prozesses noch ändern“, sagt Heß: Sicher werde das Parkhaus Bremer Straße mit aufgenommen, möglicherweise sei auch ein „Loswerden“ des Stadthauses Thema. Was genau auf die Agende kommt, sollen zwei Gruppen beraten: heimische Experten sowie die Allgemeinheit. Die erste Gruppe hat sich bereits getroffen. Gastronomen finden sich darin ebenso wie Silia Henk von der Ederberglandtouristik, Einzelhändler wie Hans Heinrich Heinze und André Kreisz, Dekanin Petra Hegmann, Vertreter der heimischen Banken sowie der Bürger und fleißige Fachwerkhaussanierer Michael Krug. „Bürger können sich bei Fragen jederzeit an Mitglieder des Gremiums wenden“, sagt Heß.

Bürger der gesamten Stadt sollen ihre Ideen einbringen

Und doch sollen auch die Bürger gefragt sein: Am Dienstag, 30. Juni, findet ab 19.30 Uhr in der Ederberglandhalle eine offene Versammlung zum Thema statt: Dort sind Ideen, Bedürfnisse, Eingaben gefragt - was in Frankenberg fehlt, was verbessert und was in seiner bestehenden Form bewahrt oder ausgebaut werden muss. Der Titel des Abends: „Ideenforum aktive Alt- und Neustadt“. Willkommen sind nicht nur Bürger des betroffenen Bereichs, sondern jeder, der etwas zur Diskussion beizutragen hat.

Aus diesen Ideen und den Anregungen der Expertengruppe gilt es dann, bis in den Herbst ein Konzept für das Ministerium zusammenzubauen. „Darin werden wir dann auch Förderrichtlinien erarbeiten“, sagt Dittmar: Der Altstadtkern soll durch das Programm spürbar aufgewertet werden; so dürfen Besitzer oder Käufer von Fachwerkhäusern mit Fördergeld für Sanierungsarbeiten rechnen. „Das Ganze ist recht ähnlich wie die Dorferneuerung“, erklärt der Bauamtsleiter.

Federführend aus fachlicher Perspektive sind neben der Stadtverwaltung die Büros CIMA aus München sowie Umbau-Stadt aus Weimar und Frankfurt, deren Projektleiter für Frankenberg, Wolfgang Haensch und Lars Bölling, vorerst auch die vielbesagte Funktion als „Kümmerer“ wahrnehmen: Es geht um ein integriertes Konzept nicht nur für das Wohnen in der Kernstadt, sondern auch um das Einkaufen und den Tourismus.

Für diese beiden Aspekte, und da schließt sich der Kreis, ist laut Heß und Dittmar auch die Arbeit an Illerplatz und Uferstraße wichtig: Radwanderer sollen zum Verweilen eingeladen werden - und dabei die Altstadt und ihre Läden entdecken.

Kommentare